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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1903-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1903) · p. Seite 177

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
23 (1903)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1903)
Date
1903-07-01
Page
Seite 177 (sequence 35)
Language
German
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Worten: „unesatischo leor gojim“. Du sollst zum Lichte für die Volker werde» durch deine Religio», durch wahre und innige Frömmigkeit, durch Gerechtigkeit, Humanität und Nächstenliebe. Gib, o Allvater, daß der Geist der Roheit, Grausamkeit und Verfolgung sucht von der Erde schwinde»,' daß Liebe, Wahrheit und Gerechtigkeit die Herzen aller Menschen erfülle. Amen. Wonatsschau. Es ist uns zngegaugen: 72. Bericht der israel. Waisenaustalt „Wilhelmspflege" in Eßlingen. Es wird von einer Stiftung des Herrn Salomon Hirsch verstorben in Portland, Ler. Staaten, berichtet, die der Verwaltung zu ganz besonderer Genugtuung und Freude gereicht. Der Verstorbene, gebürtig in Hohebach, verweilte in der Wilhelmspflege 1840 bis 187)3 als Zögling. Bon da wunderte er nach Amerika ans, erwarb sich in seltenem Matze das Vertrauen seiner Mitbürger und genoß die hohe Auszeichnung, in Konstantinopel die Bereinigten Staaten als Gesandter zu vertreten. Aus dem Ertrag der gestifteten 1000 Dollars sollen zrvei' Zöglinge belohnt werden, die sich durch Betragen und Fleiß ganz besonders auszeichnen. In den neuen Statuten der Wilhelmspflege wurde die Bestinunung ausgenommen, daß Kinder deutscher Eltern, die in Württemberg nicht heimatberechtigt sind, auch daselbst keinen Unterstütznngswohnsitz haben, ausgenommen werden können, wenn entweder der Bater oder die Mutter dieser Kinder in Württemberg geboren sind und eben diese Kinder selbst die Deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Es sei noch hervorgehoben, daß die Wilhelmspflege eben sowohl für Waisen, wie für verwahrloste Kinder sorgt. — Mit der Einweihung der neuen Kommunal - Friedhofsanlage in Göppingen war ein Weiheakt verbunden, der sich in einfachen Formen hielt, aber insofern von erfreulicher Bedeutung war, als die Geistlichen der drei Konfessionen dabei in Amtstracht Funktionen hatten, die zuvor in gemeinschaftlicher Besprechung festgestellt waren. Der evangelische erste Stadtgei gliche hielt eine Ansprache, der katholische Stadtpfarrer verlas eine Liturgie und der Rabbiner sprach den „Priestersegen", nachdem er in einigen Worten darauf hingewiesen hatte, daß die israelitische - Kircheugemeinde Göppingen, die bisher aus Anhänglichkeit zur Muttergemeinde Jlbershausen gleichsam in heimatlicher Erde ihre teuren Toten bestattet habe, von nun an auch hier auf dieser gemeinsamen Friedhofanlage ihren Lieben die letzte Ruhestätte bereiten werde. Der separate Friedhofteil, welcher der israelitischen Kirchengemeinde in einem Umfange von l1/* Morgen seitens der bürgerlichen Kollegien kostenlos zur Verfügung gestellt wurde, schließt unmittelbar an den allgemeinen an und wird später einen Teil der zur Erweiterung vorgesehenen zweiten Hälfte bilden. Das loyale Entgegenkommen in der Platzfrage und dann die Einladung zur Eiu-

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