Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 23 (1903)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1903)
- Date
- 1903-07-01
- Page
- Seite 174 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2969669-2969975-2969983--6997-2977668- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
174 gewiß, m. A. nur eine als in ihr die welterschütternde Tragödie des jüdischen Volkes gezeichnet ist. Israel — daran erinnert uns Offenbarung, — Israel Eine Sage — jjo höre ich manchen von euch im Geiste sprechen die der größte Dichter aller Zetten in einer erschütternden Tragödie *) behandelt hat. Nun Scge, aber eine Sage, die umso ergreifender auf üns wirkt, da^ heutige Fest, seman matan taurosenu, daH Fest der gleicht jenem Könige, denn es hat seinen Töchterreligionen das schönste und herrlichste gegeben, was es besaß; doch gar schnell vergaßen die Töchter, was sie dem Könige zu danken hatten. Der König Israel lebte ihnen zu lange, darum spotteten sie sein und verachteten ihn, erklärten ihn für verworfen und verfluch r, vertrieben ihn von Haus und Hof und gaben ihn den Stürmen und jedem Ungemache preis, ja handelten noch schlimmer wie jene Töchter der Sage, die dem Könige wenigstens das nackte Leben ließen; denn gegenüber Israel kannte man richt das Wort k> tirzocli du sollst nicht morden, lo tinof, tus/sollst nicht Ehe brecben lo tignob, du sollst nicht stehlen und plündern, lo taane ytfereaclio ed sclioker bi sollst deinen Nebenmenschen nicht verleumden, lo tachmod, nach deines Nächsten Weib, nach deines Nächsten Haus. Aj. nach der Grundursache und nach der Grundwurzel jenes du sollst nicht gelüsten Fragen wir uns, m. Hasses, unter dem Israel seit mehr denn 18. Jahrhunderten zu leiden hat. Die Antwort liegt ausges-rochen in zwei Sätzen des redegewaltigen Propheten Jesaia, der eine lautet : uuokarisobo loor gojim (Jesaia 49, 6^ „ich mache dich Israel zum Lichte der Völker," der zlveite „kol keli juzar olajicho jizloch“ (Jes. 54, 17) „Keine Waffe, die g;ger dich geschmiedet wird, soll ihr Ziel erreichen". So lasset uns, m. A; diese bndön Sätze zum Gegenstände unserer heutigen Festbetrachtung wählen. Der Herr verleche uns hierzu seinen Segen. I. wir nicht im stände, das Wesen der Offenbarung vollkommen »ns der prophetische Geist, wie er in Moses lebte, aber wie Offenbarung auffassen mag, geleugnet kann nicht werden, daß 10 Gebote, zu 10 Felsen geworden sind, die unerschütterlich M.A! Wohl sind zu begreifen, dazu fehlt man auch immer die die asseres hadibros dastehen werden bis c ns Ende der Zeiten. Jeder Versuch, diese Felsen zu sprengen, hat die nienschliche Gesellschaft in Jammer und Unglück gestürzt; nicht geleugnet kann ferner werden, daß Israel zu erst das Gebot der Nächstenliebe ausgesprochen hat, in jenen Worten die man so gerne ans der Thora streichen möchte, den Worten: weoh abto lereaclic komauclio „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst." (III 19, 18) Aber noch mehr, niemals hat Israel gelehrt: Ewige Seligkeit ist nur dem Bekenner der jüdischen Religion bestimmt, der Talmud erklärt vielmehr: „Die Frommen aller Nationen haben Anteil an der künftigen Seligkeit." Hätten die Töchterreligionen nur diesen einen Satz des Talmuds gelten lassen, erspart geblieben wäre, 9 König Lear v on W. Shakespeare,