Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 23 (1903)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1903)
- Date
- 1903-07-01
- Page
- Seite 173 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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Warst du nicht elend und verachtet, Von Jugend auf gedrückt, gehetzt? Bis sie geraubt und geschlachtet Selbst deine Kinder dir zuletzt? Er ist kein Narr, er ist nur elend, Weil er das Ungeheure litt, Weil ihn das Bild des Jammers quälend Verfolgt aus Grab mit jedem Schritt.,, Zum Schlüsse sei auf das herrliche Gedicht „Der arme Jude" hingewiesen, aus welchem folgende Verse hervorgehoben seien: „Jude, wolle dich bekehren! Dir vom ganzen alten Bunde Blieb dies Bündlein nur zur Stunde, Dich zu schützen, dich zu nähren. ' Laß dich taufen und verwandeln: Mancher tat's, und mit vier Rossen, Hornklang kommt er nun geschossen, Der einst umrief: Nichts zu handeln? Darauf der Jude spricht, der echte: „Laß mich nie und nimmer taufen. Wollt ihr nicht Gewänder kaufen Für die Dirnen, für die Knechte? Mancher trägt das Kreuz am Rücken, Jude noch im Herzensgründe, Schwerer als des Bündels Pfunde; Wählt euch was von meinen Stücken!" Israel' verworfen und verflucht? Predigt gehalten am Schabnothfeste (1. Juli 1903) von Dr. Adolf Biach, Rabbiner und Prediger in Brüx. M. A.! Ein König hatte einst bei seinen Lebzeiten das schönste und herrlichste, was er besaß, seinen Töchtern gegeben. Allein nur schnöder Undank ward ihm zuteil- Die Töchter vergaßen gar schnell, was sie ihrem Bater verdankten. Zu lange lebte ihnen der König, darum spotteten sie sein, verachteten ihn, vertrieben ihn von Haus und Hof und gaben ihm den Stürmen und dem Ungemach jeder Witterung preis.