Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 23 (1903)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1903)
- Date
- 1903-07-01
- Page
- Seite 168 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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168 beit sin wie ein Nachtzelt auf zerrissen, meine Kinder zerstreut. Der Barmherzig möge die Tage unserer sein Wille. Borzeit Kürbisfeld. Mein Zelt ist verwüstet, meine Stricke sind d weggeAgen und sind nicht mehr, ihre ganze Heerde ist e, der wie ein Hirt die Heerde, seine Lämmer, sammelt, erneuern bald in unseren Tagen. Amen. So sei Gttzische Kharakterbitder aus dem Hatmud Bortrag I., gehalten im Kasi rosaale zu Mannheim auf Veranlassung des Vereins für jüdische Geschichte und Literatur anl 19. November 1892 van Dr. M. Stecke lmache r, Stadt- und Conferenz-Rabbiner. —-— (Schluß.) Mar Ukba ward! unablässig von Böswilligen gepeinigt. „Ich habe jetzt schrieb er an seinen freund — durch meine Stellung bei Hofe Gelegenheit, ihr Treiben bloßzulegen und sie unschädlich zu machen. Wie denkst du darüber?" Da erhielt er als Antwort den Psalmvers: „Ich sprach, bewahren will ich meinen Weg, daß ich nicht sündige mit meiner Zunge; verschlossen halten meinen Mund, obgleich der Frevler mir vor Angen." Da schrieb er ihm nochmals: „Ich halte es nicht mehr aus!" Urb abermals kam die Antwort mit dem Psalmvers: „Ergit> dich dem Ewigen und harre sein . . . laß ab vom Zorn und gib auf den Grimm." (Gitt. 7.) — Die schöne Lehre der Mischna: „Beurteile den Nächsten von. der möglichst günstigen Seite", veranschaulicht folgende Erzählung. Ein Galiläer hat einst bei einem Südpalästinenser b :ei Jahre gearbeitet. Am Rüsttage des Versöhnungsfestes wollte der Arbeiter wieder, in seine Heimat. Da sprach er zu seinem Herrn: „Gib mir meinen Lohn, damit ich meine Familie davon ernähre." „Ich habe kein Geld." „Gib mir Früchte!" „Ich habe keine Früchte." „Gib mir einen Acker." „Ich habe auch keinen Aäer." „Gib mir Tiere." „Ich chabe auch keine Tiere." „So gib mir wenigstens Haugrat." „Auch den habe ich nicht." Da machte sich der Arme auf den Weg upd ging leer von dannen. Kurze Zeit darauf überraschte der Arbeitsherr seinen Mietling mit einem Besuch. Er brachte ihm seinen Lohn und außerdem noch drei Ladungen mit Speisen, Getränken und Kostbarkeiten. Natürlich war die Freude groß. Als sie nun gemütlich gegessen und getrunken hatten, da Hub der Gast an und sprach: Sage mir, Lieber, als du von mir deinen Lohn verlangtest und ich dir sagte, ich hätte kein Geld, was dachtest du von mir? „Ich dachte, es habe sich dir c erade ein günstiger Kauf getroffen, zu dem du deine Barschaft verwenden mußtest." Und als ich auch Tiere nicht zu haben erklärte, was glaubtest du? „Ich gläubte, du werdest sie vorher schon Anderen vermietet haben." Und als ich dir auch ^inm Acker verweigerte, was dachtest du da? „Ich dachte, deine Äcker seien verpachtet." Und als ich zu dir sprach, ich hätte auch keine Früchte zur Verfügung, argwöhntest du auch da noch Nichts? „Ich nahm an, sie