Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 23 (1903)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1903)
- Date
- 1903-07-01
- Page
- Seite 166 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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166 der Stadt und den Frarzosen keinerlei Zwist und Streit Vorkommen und daß, falls die Franzosen ihnen Geld schuldig wären, sie sich an deren Konunandanten wenden möchten, der ihnen bezahlen wird; dann daß sie. wenn die österreichischen Truppen in die Stadt einrücken, ihnen Zimmer einräumen. Noch aber waren die Franzosen als Besatzung in der Stadt.; ' * Sonntag am 3. Tebet kamen über den Moldaufluß, der zugefroren war, nahezu 20 Panduren in die Judengasse und raubten und plünderten in einigen Judenhäusern. Aber bic Franzosen kamen von dem Wachposten und brachten sie aus der Stadt zum österreichischen Heere, damit ihre Kommandanten sie bestrafen. Die Gemeindevorsteher hber reisten nach Kvnigssaal, eine Meile von hier, zu den ansehnlichen Befehlshabern und Feldherren der österreichischen Armee, um sich für unsere Gemeinde zu ven jener geehrten Befehlshaber und Kommandanten, unter welchen Fürst Lobkowitz (sein Glanz hebe sich), . Gott beschütze und erhc lte sie, besonders; Augenmerk zuznwenden und sie kamen wieder hierher zurück. Soldaten ans dein oster sie den Inden eine crhö Montag am 6. Person mit anderen ang einigen Tausenden Öfter petenklängen. Wenn all Aus vielen Häus viele Tausende Personen »enden. Gott verlieh ihnen Gunst und Gnade in den Augen ndem sie ihnen die Versicherung gaben, unserer Gemeinde, Die Befehlshaber taten so und schickten eine halbe Kompagnie eichischen Heere in die Judengasse, mit dem Aufträge, daß sie Aufmerksamkeit zuwenden. Tebet ritt der Feldherr' Fürst Lobkowitz .in höchsteigener sehenen Kommandanten (der Glanz sich heben möge) und kichern durch alle 3 Stadtteile unter Pauken und Trom- ‘ Meere Tinte wären, wäre es nicht möglich die große Freude unter den Bewohnern der Stadt zu beschreiben. ern hörte man Instrumentalmusik und Trompetenklänge und standen auf freiem Boden und riefen allesamt: Es lebe unsere Herrin und Königin Maria Theresia. Die Franzosen zogen in genug großer Beschämung aus der Stadt, nachdem sie hundert große Kanonen, und noch andere Waffen und Kriegs-Utensilien, um eine große Summe den österreichischen Kommandanten ausgeliefert hatten. Sie ließen als Bürgschaft, daß sie sich einige Hunderttausende Gulden, die sie den Stadtbewohnern unter der Form einer Anleihe abgeuommen hatten, ihnen gemäß ihres Ausgleichs zahlen werden, einige ansehnliche französische Hanptleute in der Stadt Prag zurück. Die Inden stimmten beim ^Norgengottesdienste dev. großen Lobgesang an für die vielen Wunder und besondere Fügungen, die ihnen de : Heilige, gelobt sei er, förmlich mit jedem Tage und jeder Stunde bewiesen hatte. Beim Nachmittagsgottesdienste brachte man in der Altneu-, wie in der Meifelsyüagoge unserer frommen Herrin, der Königin Maria Theresia, ein „Wer gesegnet hat' unter Teilnahme aller Kantoren, Sänger und Musiker aus, daß der Herr, gelobt sei er, ihr in Zukunft Glück und Gedeihen in allen ihren Unternehmungen gehe und alle ihre Feinde unter ihren Füßen sinken. Alle Mitglieder unserer Gemeinde schrieen mit lauter Stimme: Amen und in der Stadt