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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1903-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1903) · p. Seite 165

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
23 (1903)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1903)
Date
1903-07-01
Page
Seite 165 (sequence 23)
Language
German
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— 165 und Lob Kohen samt einigen ihrer Verwandten, in Leid, Kummer und Angst; die übrigen Juden aber gingen und riefen einander zu: „Weswegen und warum eilen wir plötzlich die Stadt hinaus; da zogen sie zum Hradschin Tore, den Weg nach Pilsen und nahmen mit sich Herrschaften, wie angesehene Geistliche. Die Verwunderung darüber war groß, man fragte, was ist mit dieser Nacht mit ihrer Kälte und ihrem großen Froste besonders bis wir wußten, daß der Feldherr Fürst Lobkowitz' in der Nähe der Stadt Brandeis, 3 Meilen von hier, mit 30 000 Kerntruppen der österreichischen Armee entweder um dort zu unterhandeln oder des Krieges halber lagen. In Prag überstieg die Anzahl aller Franzosen nicht 3000 Mann, unter dem Kommando Schewer's, worunter zur Hälfte Kranke. Die Gesunden gingen an den Platz Wischehrad und Hradschin, postierten in der Mitte der Brücke zwei große Brandröhre, ' nahmen alle Schiffe des Moldauflnsses weg und schlossen einige Tage hindurch allen Stadtbewohnern die Tore ab, die jetzt geschlossen und verschlossen waren, daß niemand aus- und einging. Zu dieser Zeit verlangten sie auch noch ein Darlehen mit 100 000 fl. von den Juden gegen einen Wechsel ihrerseits und schickten innerhalb 24 Stunden hunderte Soldaten zur Execution nach ihrer gewöhnlichen Maßregel. Sie verglichen sich endlich mit ihnen auf ein Darlehen von 50000 fl., welches Geld ihnen in kurzer Zeit laut ihres Wechsels durch Kaufleute in Dresden ausbezahlt wurde. Am 24. d. M. verkündete man im Rathause eine Warnung, daß, wie schon früher kund gemacht, die Einwohner der Stadt französisches Geld beim Handel annehmen, wer etwas von den Franzosen vor ihrem Abmarsche gekauft oder in Verwahrung genommen hat, soll binnen 24 Stunden zu dem Kommandanten gehen und die Meldung davon machen ohne es zu verfehlen, und wenn einer eine Schuld bei einem Franzosen hat, wird ihm der Kommandant das Geld geben und ihm noch auszahlen. Die Eimvohner der Stadt sollen sich nicht gegen die Wache empören und um 8 Uhr in der Pacht gegen große Strafe nicht auf der Straße gehen. Sonntag, den 26. Kistew trugen die französischen Befehlshaber den Juden auf, daß sie 100 Fässer Salz auf den Wischehrad in das Haus, in dem man Speisevorräte für die Soldaten hinterlegt, Magazin genannt, hin leihen und daß mehrere Hundert Inden mit einigen Hundert Nicht-Juden auf den Moldaufluß, der durch die große Kälte zugefroren war, gehen, um mit Hacken das Wasser frei zu^ machen, wie sie es im vorigen Jahre getan haben, damit das österreichische Heer, nicht über den Strom in die Stadt gelange. Aber einige Tage darauf erscholl eiuV nicht enden wollender Jubelruf, ein Ruf der Freude und der Wonne, daß nämlich die Heerführer Österreichs und Frankreichs sich ausgeglichen hatten, und dies ge- - schah auch mit des Herrn Hilfe. Am Ausgange des heiligen Sabbathes 503 d. kl. Z. zogen die Franzosen durch das Wischehrad-Tor ab und der österreichische Heerführer Piccolomini kam mit einigen Hundert Soldaten und nahm diese Festung in Besitz. In den Rathäusern aber rief man aus, daß zwischen den Einwohner« D

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