Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 23 (1903)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1903)
- Date
- 1903-07-01
- Page
- Seite 163 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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163 drei Jahren als Rabbiner nach Metz berufen wurde. 1639 wurde in Mainz ei« Synagoge gebaut, welche 1672 durch eine neue ersetzt wurde. Freiheit kam den '' Juden in Mainz erst, als durch Beschluß vom 12. September 1798 die Meder« - reißung der Ghettotore angeordnet wurde, welchem Dekrete Moses Cahn zuvorkam, , der tags zuvor das Niederlegen des Tores besorgt hatte, der Großvater dr- ~4 Legationsrates Cahn. In Mainz wurde den Tag darauf ein freudenreiches Fest, S das abends mit Illumination schloß, gefeiert. In Mainz gab es eine Beerdigung-- , bruderschaft, offiziell das „Totengericht" genannt, deren Satzungen 1662 aufgestellt wurden. Die Satzungeu dieses Vereins wurden 1699 revidiert, 1765 wurden Statuten für die Filialgemeinden Kastel und 'Kostheim anfgestellt, 1770 für die Frauen-Chebra. 1733 wird Jokel Creiznach, ein Ahne Michael CreiznachS, in den Verein ausgenommen. Der Verein schuf auch 1751 eine Unterrichts- ' anstatt. 1765 wurde ein Becher, den der Verein gestiftet, das erste Mal bei j fröhlicher Tafelrunde gebraucht. Unter den auf denselben eingravierten Verein-^ Mitgliedern fanden sich auch die Namen Löb und Herz Creiznach. ' Die Schrift, des um die Geschichte der Juden verdienten Rabbiners vr. ‘ Salfeld enthält noch viel Anregendes, auch über die Zustände der Gemeinde im abgelaufenen Jahrhundert, und sei hiermit den Lesern bestens empfohlen. Leidensbrief in drei Heilen aus einem hebräischen Manuskript der kaiserlichen Hofbibliothek in Wien übersetzt von Rabbiner Dr. N. Brüll s. A. (Siehe Jahrg. 21. S. 162.) Ta liefen sie weinend zu dem Kommandanten mit Schriften, Bitten und Worten; aber man verwies sie, ans dem Hans zu gehen, sonst werde er ihnen 500 J Soldaten, nämlich Kavalleristen schicken, außer anderen Zwangsmitteln. Der Bor-; gesetzte in der Altstadt gab das Verzeichnis nach der Ordnung mit Beihilfe der Juden, die tatsächlich immer bei ihm waren, wer nämlich diese Anleihe bestreiten soll, um die Gemeindemitglieder nicht durch großes Unrecht aufznregen. Das war in unserer Gemeinde eine Zeit der Not; da gab's keine freie Wahl, wir mußten daS Geld einzelweise anszahlen Nach 3 Tagen verordnete Tatan, weil man das Geld nicht an seinem Termine ausgezahlt hatte, von dem Tage an und weiter 10 Prozent, täglich. Er nahm viele Tausende von dem Kapitale und den Zinsen; die Gemeinde- ' Mitglieder kamen aber von Leid zu Leid ohne Hilfe und Heil; sie hatten keim ~ Stütze außer unserem Vater im Himmel, daß er in Gnade und Huld die schweren - und bösen Verhängnisse über uns vernichte mib in Jubel uns nach Zion führe. Amen." t Donnerstag den 11. Cheschwan kamen Soldaten mit Trompeten, sogenannte; Trompeter von dem Feldherrn des österreichischen Volkes namens Fitul, Fürst