Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1903-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1903) · p. Seite 162

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
23 (1903)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1903)
Date
1903-07-01
Page
Seite 162 (sequence 20)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2969669-2969975-2969983--6985-2977656
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

des Hekdesch, Armen an, daß in Zeremoniells sei. Zuwachs erhält d durch Frankfurter und Auch aus Hanau kamen die Mainzer Gemeinde binatsassessor in Fran — 162 — Speyer, Worms und Mainz eine Art Oberappelationsgericht für die deutschen Juden bildete und andere Verordnungen „Tekanot Schum“ von Speyer, Worms und Mainz wurden bestätigt. Juni 1223 traten unter dem Vorsitz Davids den Kalonymos aus Münzer berg wiederum Rabbiner in Mainz zusammen. Die damals gefaßten Beschlüsse lauten: „Juden sollen sich stets der größten Ehrlichkeit gegen Nichtjuden befleißigen, keine Münzfälschungen begehen, jeden durch etwaige Angeberei verursachten Schaden vergüten. Diejenigen, welche beim Kaiser ein- und ausgehen, dürfen sich nicht auf Kosten der Anderen den Gemeindelasten entziehen. Im Gotteshause soll Stille und Andacht herrschen. Dem Banne verfällt, wer sich von der christlichen Behörde mit einem Amte belehen läßt. Der Schwager muß ohne Gelderpressung die verwittwete Schwägerin aus dem Zwange der!Leviratsehe durch gerichtlichen Akt freigeben." Die Synode von 1307 beriet über die Aufbringung ei rer der deutschen Judenheit auferlegten großen Steuer. Auch am 15 Ab 1381 /and eine Synode in Mainz statt, unter dem Vorsitze des Ortsrabbiners Mose ben Jekatiel Halevi Muli», Vater des Maharil. Nach der bestehenden Gemeindeverfassung stand an der Spitze des aus Einheimischen gewählten Judenrates, der von dem Bischof aus den 12 Gewählten ernannte „Judenbischof", der nicht, mit dem Rabbiner zu identifizieren ist. Der Rabbiner und sein Kollegium bildeten die geistliche Behörde. Judeubischöfe werden erwähnt in einer Urkunde vom 23. September 1286 und in einer vom 3. März 1355. In Worms war der letzte Judenbischof Michael Gernsheim (starb 1792). Am 6. März 1492 als Reuchlin zu seiner Verteidigung nach Mainz gekommen war, wohnte daselbst eine einzige jüdische Familie und zwar war es Jsak gestattet, das „Kalte Bad" zu beziehen und daselbst durchreisende Glaubensgenossen zu beherbergen und von auswärts gebrachte Leichen auf dem Judensand zu begraben. Doch wohnten unter dem humanen Fürsten Uriel von Gemmingen viele Juden in den um Mainz liegenden Dörfern. So war Weisenau Sitz eines jüdischen Hochmeisters, tes Judendoktors Beyfuß, dxr mit großen Rechten ausgestattet wurde. Im Jahre 1583 wurde die jüdische Gemeinde in Mainz neubegründet. 1598 gibt der Vorsteher Juspa dem Schreiber Abraham Auftrag, ein Gedenkbuch für die Gemeinde anzulegenl das bis 1837 geführt wurde. Dieser stattliche Band enthält 1475 Necrologe. Viele Spenden sind für ein zu gründennnd Krankenasyl gezeichnet. 1602 ordnet die Regierung : chen der Rabbiner von Bingen die anzuerkennende Behörde Die Gemeinde 1614 infolge des Fettmilch'schen Aufstandes 1615 infolge von Zunftwirren durch Wormser Juden. Flüchtlinge, mit ihnen der Rabbiner Elia Loans, der neu organisiert hat. 1630 kam Juda Löwe, Rabilkfurt a. M-, als Rabbiner nach Mainz, der nach

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.