Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 23 (1903)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1903)
- Date
- 1903-07-01
- Page
- Seite 154 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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— 154 — Fällen klar und deutlich tonische Eheweib w eine Magd geben, die sich, nachdem si e das hebräische im Falle der Kinderlosigkeit ihrem Eheinann m, j,u Kindern zu kommen und ist die Geschichte von Hagar, Jsmael hatte, über die Herrin erhebt, geradezu ein Paradenachgewiesen werden. So z. B. konnte auch das babybeispiel babylonischen Rechtes. Äußerst wichtig ist das Festhalten der Tatsache, daß Kanaan schon aor Israels Einwanderung anf's stärkste babylonisch infiziert war. Auch babylonische Religionsanschaunngen nahmen ihren Weg nach Kanaan. So ist die Bezeichnung des Berges Sinai wohl mit dem babylonischen Mondgott Nebo, auf welchem Mose starb, mit dem babylonischen Nebo, d. i. Merkur, in Zusammenhang zu bringen. Aber man darf hier nicht übertreiben und muß Maß halten und daran festhaltey, daß die Hebräer Selbständiges in ihrer Kultur aufweiseu, was schon daraus hervorgeht, daß sie ihre eigene Schrift besitzen. Höenn auch du Religion Israels Spuren der babylonischen aufwiese, so ist das eher Anlaß zur Freude als zum Ärger, denn dadurch wird die Hoheit und /Herrlichkeit der israelit scheu Religion nicht geschmälert, sondern erst recht ins * Licht gesetzt. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Sintflutsage babylonischen Ursprungs ist und. werde!, sich auch die Orthodoxen mit diesem Gedanken aussöhnen müssen, da man nicht gilt für die Dauer sich offenbaren Tatsachen verschließen kann, ohne gerade die Religion, die man damit schützen möchte, zu schädigen. . Freilich muß hervorgehcben werden, daß sich die Bibel in der Fluterzählung eine gewisse Selbständigkeit gewahrt habe, wodurch der Unterschied beider Erzählungen ein fast unermeßlicher ift. Es sind eben zwei ganz verschiedene Welten, die sich in beiden Erzählungen aussprechen und im Polytheismus einer- und Monotheismus anderseits ihre genügende Kennzeichnung besitzen. Die biblische Erzählung hat eben Schlacken in Gold umgewandelt, den vorhandenen alten Sagenstoff auf's stärkste umgebildet und ist unserem geistigen Empfinden näher gerückt. Ähnlich verhält es sich auch mit der Schöpfungsgeschichte, bei welcher der Beweis für die Abhängigkeit von der babylonischen allerdings nicht so leicht zu führen ist. Daß aber auch die Erzählung vom, Kampfe des Lichtgottes in Kanaan noch nachklingt, das geht aus gewissen Anspielungen bei Propheten, Dichtern und Apokalyptikern hervor, bei welcher! dieser Kampf auf Jahve übertragen wurde. Aber auch im Schöpfungsberichte uns so die eigentü meint Gunkel, da höchst notwendigen der Bibel überragt das originelle das übernommene und zeigt unliche Hoheit der Religion Israels. Es wäre höchste Zeit, die Schöpfungserzählung eine Dichtung ist, den Anfang mit der Reformation zu machen und von einer „Dichtung von der Schöpfung" zu sprechen. Jetzt ist es noch Zeit, meint er. Vielleicht kommt einmal die Kunde, do es heißt: zu spät. Was nun den Monotheismus anlangt, und das ist ja der Haupt- und Kernpunkt der Frage, so spricht es Kunkel unumwunden ans, daß, wenn es auch ver-