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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1903-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1903) · p. Seite 152

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
23 (1903)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1903)
Date
1903-07-01
Page
Seite 152 (sequence 10)
Language
German
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152 fallen und ihrer ganzen Habe beraubt worden ivaren, denen er auch versprochen? hatte, ihnen an ihren Feinden Gerechtigkeit zu verschaffen. Statt dessen wurdet^ sie vor den Augen ihrer Räuber zu Tode gemartert. Es hatten die Juden in der^ Stadt auch zahlreiche Bethäuser. Auf einmal, wie nach Verabredung, erhebt sich im Theater, wo auch Flatus zugegen war, das Geschrei, man müsse des Kaisers Bildnisse auch in den Bethnusern der Juden (zur Verehrung) aufstellen, was auch sofort in einem Teile dersemen ausgeführt lvurde, während andere Bethäuser nieder- Verfolgungen und die Entweihung der Bethäuser dauerten 40 (n Chr.)." So sah das Prototyp des Falles Kischinew und des Herrn von Raaben vor neuuzehnhundert Jahren unter der Herrschaft des finstern Heidentums aus. Möge Gott jeden Ehmtenrnenschen vor solchen Teufeln bewahren. Den Juden aber scheint jene Lektiön Ebenso wenig, wie die vielen spätern, etwas genutzt zu haben, denn immer noch stehen in ihren heiligen Büchern Worte wie Jesaias Kap. 60, Vers 2. Sapienti satt gebrannt wurden Die fort im Jahre 39 und Äsrtaek und HSabytonien. Unter diesem Titel hat Professor Dr. Hermann Gunkel in Berlin eine 48 Seiten umfassende Schrift (Göttingen, Vandenhoek & Ruprecht, 1903) erscheine» lassen, in welcher er in Ebenso feinsinniger als freisinniger Weise zur Babel- und Bibelfrage Stellung nimmt, die die weitesten Kreise noch immer in Spannung erhält. Die Schrift eitzes Forschers vom Schlage Gunkel's verdient weithin beachtet zu werden, zuistal sie, durch Objektivität und Vorurteilslosigkeit aus^' gezeichnet, auch die Starr- und Strenggläubigen zum Nachdenken zu veranlassen geeignet ist und zum Fallenlassen eines Standpunktes, der in unserer Zeit die^ Religion als solche cher schädigt als festigt. Delitzsch, der eigentlich in seinen Vorträgen, die weder dem Assyrologen, noch dem Theologen Neues brachten, nur einen reichhaltigen und anschaulichen Überblick über das Erreichte gegeben, hat immerhin das Verdienst, (Fragen zu aktuellen gemacht zu haben, denen man bis^ lang eine aufmerksame Beachtung in weiteren Kreisen nicht geschenkt hat und dafür sind wir ihm zu Dank verpflichtet. Ein dauerndes Interesse für babylonische und biblische Forschungen bei den Gebildeten wird nicht aufhören, sondern mit jedem neuen Funde steigey lind die Orthodoxen aller Konfessionen, die die theologische Wissenschaft und deinen Glauben in einer Form gesicherte Resultate ignorierten, werden daraus lernen, den zu lehren, die die historische Kritik nicht anzutasten vermag. Das Staunest ins Publikum über den Inhalt dieser Vorträge war nur darum so groß, wesl m an bislang von diesen Dingen, die mehr oder weniger das

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