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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1903-06-01 · Heft 6 (1.6.1903) · p. Seite 138

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
23 (1903)
Issue
Heft 6 (1.6.1903)
Date
1903-06-01
Page
Seite 138 (sequence 21)
Language
German
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138 unzugänglich mache - ein Bewunderung erweckendes Zeugnis sowohl für das Ehrgefühl der Armen als für den Wohltätigkeitsdrang der Neichen in der talmudischen Welt. Und warum endlich ist die Vorderseite des Daleth dem Gimel abgewandt? Weil die Wohltat möglichst im Geheimen geschehen soll. (Sabb. 104.) Wie er> fuhr R. Jona — heißt es im Traktat Schekalim — mit einem Herabgekommenen? Er sagte ihm: Ich hörte, es stehe dir eine große Erbschaft bevor, so nimm das, und du wirst mir es später bezahlen. Sagenhaft wieder, aber lehrreich dafür, wie der Talmud Humanität, über- Haupt Moralität wen höher stellt als lediglich religiöses Bemühen ist Folgendes. Ein Aberlassei vernahm an jedem Tage eine ihm grüßende Himmelsftimme *), während die beiden Schulhäupter Abaji und Raba nur hin und wieder solches Zeichens göttlichen Wohlgefallens gewürdigt wurden. Unter den Verdiensten, die als Ursachen solcher Auszeichnung angegeben werden, findet sich auch dies, daß der .Aderlasser an einer verborgenen Stelle seiner Behausung von außen in der Weise eine Öffnung angebracht, daß, wer ein Honorar geben konnte, es dort unbemerkt Hineinwersen, wer ab«r keines zu geben hatte, ohne Beschämung sich entfernen konnte. Kam aber ein Thora simger zu ihm, so nahm er ihm nicht nur Nichts ab, sondern gab ihm noch Geld, damit er sich stärke (Taan. 21.) Der Schriftgt lehrte Beroka ging einst durch eine belebte Straße. Ein Strom alltäglicher, ihren weltlichen Zwecken nachgehender Menschen wogte hin und her, und gerade mochte über sie. ein geriugschätzender Gedanke in der Seele des Rabbi aufgestiegeu sein. Da erschien ihm Elia und fragte ihn, ob er wohl glaube, daß sich in dieser Menge Einer finde, der der künftigen Seligkeit teilhaftig zu werden verdiente? Ich glaube es nicht, antwortete Beroka. Da kam ein Mann mit dem Aussehen eines Götzendieners. Dieser da, sprach'Elia, ist ein Sohn der künftigen Welt. Da eilte ihm der Rabbi nach und fragte ihn nach seinem Berufe. „Ich bin Gefängnisaufseher — ward ihm zur Antwort — und lasse mir das leibliche und sittliche Heil der Sträflinge sehr angelegen sein." — Da kamen noch zwei Andere mit gar seltsamer Haltung daher gegangen. Auch diese, sprach Elia, sind der künftigen Seligkeit sicher." Da fragte Beroka auch sie nach ihrer Beschäftigung. Sie aber erwiderten hm: Wir sind Lustigmacher; wenn wir einen Betrübten sehen, suchen wir sein Gemüt aufzuheitern; wenn wir Menschen in Unfriedenauseinandergehen sehen, bemühen wir uns, sie miteinander zu versöhnen. (Das. 22.) Einst, währen,) einer Hungersnot, handelte es sich um die Wahl dessen, der am würdigsten wäre, das vorgeschriebene Gebet um Regen vorzutragen. Da ward das Augenmerk der Weisen auf einen sonst obscuren, und sogar religiös anrüchigen Mann gelenkt. Sie!) Die Aderlasser aber aus verschiedenen ließen ihn rufen und fragten ihn nach seinem Erwerb. „Ich spielten in jener Zeit eine nicht unbedeutende medizinische Rolle, standen Äründen moralisch nicht gerade im Ansehen. Bgl. Kiddujchin 82.

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