Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 23 (1903)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1903)
- Date
- 1903-06-01
- Page
- Seite 132 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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132 Bambus: „Der Verein beauftragt seine Delegierten auf dem Verbandstage zur Sprache zu bringe in welcher Weise wissenschaftliche Forschungen auf dem Gebiete der jüdischen Kulturgeschichte anzuregen sind", wird der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums überwiesen. Es folgt zum Schluß folgender Antrag Bernfeld und Levn: „Es soll die jüdische Geschichte von Esra bis zur Gegenwart nach einem bestimmten Plane in kurz bemessenen Zeiträumen behandelt werden, in deren Mittelpunkt stets eine hervorragende Persönlichkeit zu stellen ist. Diese Zeiträume sind u Vorträgen darzustellen, die den Rednern des Verbandes der Literatur-Vereine übertragen wärew Nach Jahren sollen diese Vorträge von einem Redaktions-Bureau aneinandergereiht und so ein Volksbuch geschaffen werden, welches die Religions-, Literatur-, Leidens-, Emanzipations- und Kulturgeschichte, die das jeweilige Leber des Volkes behandelt, enthält." In seinen mit allgemeinem Beifall aufgenommenen Ausführungen begründet der eine der Antragsteller, Herr Prediger Dr. Lev in, kurz diesen Antrag. Er führt die Mängel der bisher vorliegenden Werke cn, welche in keiner Weise Volksbücher seien; das zu schaffende Werk, dessen Ausführung er im einzelnen angibt, solle nicht nur das Volksgemüt ergreifen, sondern auch den Volksgeist beleben. Die Form des Vortrages, welcher eine gewisse strence Wissenschaftlichkeit voraussetze, würde der Sache am besten dienen. Personenkultus solle in dem Werke auf keinen Fall getrieben werden, die Persönlichkeiten feien nur als Vertreter einer bestimmten Zeit zu betrachten. Der Verband sollte eine bestimmte Zahl von Rednern aüswählen, um die Vorträge — etwa 30 — halten zu lassen. In 3 bis 4 Jahren könnte das Werk abgeschlossen sein. Die Idee begegnete bei allen Rednern in der Debatte freudiger Zustimmung und der Antrag wurde einstimmig zum Beschluß erhoben. Punkt 2 der Tagesordnung betreffend die Organisation von Provinzialverbänden findet dadurch seine Erledigung, daß, nachdem Rabbiner Dr. Freund-Ostrowo das Tätigkeitsgebiet der Provinzial- und Bizirksverbände umgrenzt und Dr. Karpeles die Notwendigkeit der Errichtung von 2 > Provinzialverbänden in Schlesien, 2 in der Rheinprovinz und je eines in Ost- und Westpreußen dringend hervorgehoben hatte, Rabbiner-Ellguther- Neiße sich bereit erk ärt, einen Verband für Schlesien in die Wege zu leiten. Damit war die Tagesordnung erschöpft. Redakteur Klausner dankte dem Vorsitzenden derVersammlung für die „energievolle Nachsicht" , mit der er die Verhandlungen geleitet Dr. Karpeles versicherte, daß der Verband das beste wolle und daß, wenn der Verband die nötige Unterstützung finde, auch aus den heutigen Beschlüssen etwas Gedeihliches ersprießen werde. (V, 'l