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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1903-06-01 · Heft 6 (1.6.1903) · p. Seite 130

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
23 (1903)
Issue
Heft 6 (1.6.1903)
Date
1903-06-01
Page
Seite 130 (sequence 13)
Language
German
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130 während man annehmen sollte, daß die Vereine dem Verband etwas bieten sollten. Der Verband könne c ber den Vereinen nichts bieten, solange die Vereine dem Verbände nichts böten. Um aus diesem Dilemma herauszukommen, sei der Wanderrednersonds geschaffen worden, der mit seinem mäßigen Zinsertrag jedoch nur Unzureichendes zu leisten im stände sei. Wolle man warten, bis der Fonds — er beträgt jetzt 8500 Mark — eine Höhe erreicht habe, um auch nur Nennenswertes zu leisten, so werde man gut tun, ein Statut ausarbeiten zu lassen, das nach der Majorennität unserer Urenkel in Kraft trete Es bleibe somit nur, auch das Kapital des Fonds und nicht nur dessen Zinsen z it verwenden. Es gebe keine größere Verschwendung als die der Kapitalisierung für gemeinnützige Zwecke. Je nützlicher das Geld verwendet werde, um so leichten' werde sich wieder jemand finden, welcher ein Kapital zu dem gleichen Zwecke zur Verfügung stelle. Um der außerordentlichen, von dem Vorredner dargestellten Ausdehnung des Aufgabeukreises der Vereine zu genügen, müsse man darauf bedacht sein, d m Literaturvereinen andere Hilfsmittel noch zu erschließen und diese seien, da die Mitglieder nicht in höherem Maße herangezogen werden können, nur in den vorhandenen Organisationen zu suchen. Die Gemeinde Berlin müßte, an dem Beispiele Ratibvrs gemessen, welches bei 800 Seelen dem Literaturvereine 50 Mark Supvention gebe, bei ihrer großen Seelenzahl dem Berliner Verein mehr als 5000 Mark jährlich bewilligen. Damit würde mehr als die Hälfte des Wanderrednerfonts flüssig werden und Außerordliches könnte geleistet werden zum Heil für die Vereine und Gemeinden, welch letztere dann nicht nur Verwaltungskörperschaften, sondern in Wahrheit jüdische Organisationsperwaltungen wären Herr Oskar Berlin verweist darauf, daß an den Bestimmungen des Wanderrednerfonds nichts geändert werden dürfe. Her!' Fränkel-Berlin schlagt vor, sich mit den Kuratoren des Vermächtnisses der Baronin von Oppenheim ip Verbindung zu setzen. Herr Flechtheim- Brakel bittet den Verband, Mitglieder zu werben, welche alljährlich Beiträge zum Fonds zusteuern. Herr Albert Nutz erinnert, daß bereits in Nr. 6 der Mitteilungen des Verbandes die eben genannte Propaganda dringend angeregt worden sei. Ein Antrag Klausner: „Die Konferenz sämtlicher Literaturvereine in Deutschland beauftragt den Vorstand, von den Verwaltungen der jüdischen Gemeinden und aus öffentlichen Vermächtnissen für Wohlfahrtspnd gemeinnützige Zwecke, die denender Literaturvereiue entsprechen, regelmäßige Zuschüsse zur Ausstattung des Wanderrednerfonds und zur Förderung der sonstigen ZiAe der Literaturvereine zu erlangen," wird wiederspruchslos angenommen. Zum vierten Punkt der Tagesordnung brachte Herr W. Bambus-Berlin den Vorschlag, eine Organisation zu gründen, welche gegen einen geringen Abvnuementsbetrag ihren Mitgliedern alljährlich Schriften populären Inhalts zur Verfügung stellt und diese auch dem buchhändlerischen Verkehr übergibt. Redner denkt' sich diese in Form einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit einem Kapital von 30 000 Mark. Bei 3000 Abonnenten ü 10 Mark jährlich würden die Koster gedeckt und alljährlich könnten 100 Druckbogen herausgegeben

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