Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1903-05-01 · Heft 5 (1.5.1903) · p. Seite 114

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
23 (1903)
Issue
Heft 5 (1.5.1903)
Date
1903-05-01
Page
Seite 114 (sequence 20)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2969669-2969975-2969981--6927-2977596
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

114 Talmud, gilt nur für (spenden des Lebenden, weil ja der Reiche wieder verarmen kann, nicht aber für S,Henkungen von Sterbenden. (Kethub. 67.) Diese Bestimmung, m. Hochg-, des Synhedrin zu Uscha ermahnt uns, in den talmudischen Berichten über ausgeübte fürstliche Wohltätigkeit keineswegs Übertreibungen zu erblicken. Die Freigibigkeit war wirklich mit jo überaus großem EHer geübt worden, daß die gesetzgebende Behörde im wirtschaftlichen Interesse dem Edelmut Schranken setzen mußte. )ie Rücksicht, die man namentlich auf die individuellen Geratenen zu nehmen für Pflicht hielt. Es sollte nicht vor Allem geholfen werden. Auf Erhaltung, nicht llte das Wohltun abzielen. Von diesem Gesichtspunkte ist spielsweise — von dem edlen Hillel erzählt wird, daß er einst dem Sohne vornehmer aber verarmter Eltern ein Reitpferd und einen Diener angeschafft, der vor ihm herlief, und als er einst keinen Diener fand, selber eine ganze Strecke lang diesen Dienst besorgte. Oder wenn erzählt wird: Ein lernbegieriger Jüngling aus. besserem'aber herabgekommenem Hause kam zu R. Nehemia: dieser erklärte ihm^ daß er gern jederzeit sein Mahl mit ihm teilen wolle. Dieses bestand aber in der Regel nur aus Linsen. Nach einiger Zeit starb denn auch der an Feineres gewöhnte Jüngling. Wehe mir, rief der Rabbi schmerzerfüllt aus, ich bin schuld an seinem Tode!r) (Kethub. 67 und in etwas abweichender Form Jerusöh. Scheckal. Abschnitt 5.) Im Hause des reichen Babyloniers, Ehana b. Chanilai waren bei Tag und Nacht 60 Bäcker beschäftigt, um für die Armen zu backen. An allen 4 Seiten Bezeichnend ist Bedürfnisse des in Nvt nur gegeben, sondere auf bloße Abfindung so aufzufassen, was — be feines Hauses hatte er Zugang zu erleichtern, Hand hielt Chana stets schämter Armer, dessen *) Die Mutter des ihm einmal ein besonders tum auch behufs Sättigung -) Die Pflicht den sie selbst der der Elternvei denkt, illustrierten u. A. weit die Verehrung gegen es dem Verfahren jenes 2 wollten ihm einst für eine solc ei Türen angebracht, um den Dürftigen von überall her den und wer hungrig hincinkam, ging satt hinaus. In seiner Münzen vorrätig, weil er meinte, vielleicht kommt ein verpeinliche Lage er nicht dadurch noch verlängern wollte, daß er erst in den Geldbeutel griff. Wenn Hungersnot war. ließ Chaua des Nachts Weizen und Gerste draißen für diejenigen hinlegen, die das Ehrgefühl hinderte, persönlich darum zu bitten. Trotz seines ungewöhnlichen Reichtums aber war dieser Wohltäter so bescheiden daß er, aus Verehrung vor dem Schulhaupte Rab Huna^), R. Tanchum hatte die Gepflogenheit, wenn sie ihrem Sohne, um Hutes Mahl zu bereiten, ein Pfund Fleisch kaufte, ein gleiches Quan eines Armen zu kaufen. Pesikta d. R. Kahana z. Schemini Azereth.) Lehrer zu ehren steht nämlich in den Augen des Talmud so hoch, daß rchrung vorangeht. (Bab. Mez. 31.) Wie er aber über die letztere nde Stellen in Kidduschin 31. Rab Ulla fragten seine Schüler, wie Vater und Mutter gehen müsse, und er antwortete ihnen: Entnehmet annes aus Askalen mit Rainen Dama, Sohn Nethina's. Die Weisen sehr hohe Summe einen Edelstein für den BrustschUd des Hohcpriestrrs

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.