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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1903-05-01 · Heft 5 (1.5.1903) · p. Seite 112

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
23 (1903)
Issue
Heft 5 (1.5.1903)
Date
1903-05-01
Page
Seite 112 (sequence 18)
Language
German
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112 4 nicht wiederkommen; gegnete Samuel, und kam. Der Astrolog eike Schlange wird ihn töten." Er wird wiederkommen, entieine Kunst zu Schanden machen. Und siehe da, der Mann aber nahm ihm eiligst den Schilfbund von der Schulter, und, merkwürdig! eine durchs ein Rohr durchstochene Schlange lag innen. Wie so entgingst du wohl der Gefahr? fragte ihn Samuel. Vielleicht — beschied ihm der Mann — stand folgendes Verdienst mir bei. Wir sollten wie immer gemeinschaftliche Mahlzeit Halter. noch einen Teil von bleibe (Das.)H geschlossen? Muß ich will mutig im Namen schädigt zurück. — Zwei Junger — wird a. a. O. werter erzählt — gingen in den Wald um Holz zu hauen. Diese begegnete ihnen ein hu Brotlaibes in Schutz n Das geschieht immer in der Weise, daß einer von uns Jedem das Mitgebr^chle abnimmt, um es uns dann zusammen zu gemeinschaftlichem Genüsse vorzusetzen. T>a ich nun bemerkte,' daß Einer von uns nichts mithabe, so beeilte ich mich heule, einem Jeden seinen Vorrat abzunehmen, und wie ich an Jenen kam, tat ich so, als nähme ich auch ans seinem Behälter, legte aber dafür dem Weinigen bei, damit er vor Beschämung bewahrt R. Chanina, Sohn Papa's, — erzählt gleichfalls der jerusal Talmud — pflegte jeiiie Gaben des Nachts an Arme zu verteilen. Einst begegnete ihm das Oberhaupt der bösen Geister und rief: Heißt es nicht: „Du sollst die Grenzen deines Nächsten nicht verrücken?" Die Nacht ist ja mein Gebiet! Der Rabbi aper entgegnete: „Heißt es nicht auch: Gabe im Geheimen besänftigt den Grim^n?"' Da verschwand der böse Geist. — Ich frage: Kann es eine edlere Art gebep, hie böfeit Geister zu bannen, als sie der Talmud hier empfiehlt? 1 Es ist ja, nst Hochg., entsprechend den mitunter außerordentlich bescheidenen Verhältnissen, in denen die damaligen Inden lebten, oft recht klein und bescheiden, was hier der Talmud erzählt, aber es spiegelt eine große Gesinnung wieder. Wir werden diese große Gesinnung gleich auch in Verbindung mit der umfangreichsten Wohltätigkeit von Seiten der Reichen im Talmud antreffen und dabei namentlich die bis aufs Äußerte gehende Zartheit in der Rücksicht auf Bedürfnis und Ehrgefühl des Armen! zu bewundern Gelegenheit haben. Der blinde Lehrer des Sohnes R. Hosaja'Z nahm in der Regel an des letzteren Tafel Teil. Eines Tages, als der Rabbi Gäste hatte, unterließ man, den Blinden zu holen. Da begab sich zu ihm Abends der Rabbi, um ihn um Verzeihung zu bitten. Er habe Gäste gehabt und hübe , gefürchtet, dieselben wurden ihn vielleicht nicht mit der *) Bgl. auch Jeruschalmi Sabbath Abschnitt 6. Ein Astrolog hatte sich zum Judentum bekehrt. Da er nun bald darauf eine Reise antreten will, erwacht der alte astrologische Hang in ihm und er will, weil ikm die Constellation nicht günstig scheint, zu Hause bleiben. Errafft sich jedoch auf mit der: Worten: Habe ich mich etwa umsonst diesem heiligen Bolke ange nicht fortan von diesen abergläubischen Dingen mich fernhalten? Ich des Einig-Einzigen hinaus! Das tat er denn auch und kehrte unbebeidssn, bemerkte ein Sternseher, werden nicht zuruckkehren. Unterwegs ngernder Greis, dem sie die Hälfte eines Brotlaibes, das sie mitgenommen, gaben. Ja, rief der Sternseher aus, gegen einen Gott, der seine Bekenner wegen eines halben mnst, können wir nicht aufkommen.

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