Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 23 (1903)
- Issue
- Heft 5 (1.5.1903)
- Date
- 1903-05-01
- Page
- Seite 104 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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— 104 |— Die Antwort auf diese zwei Fragen lstgt schon im Worte „Weltanschauung". Der Mensch soll das, ums vor und in ihm ^orgeht beobachten und über das ganze Weltall, dessen auch er, wir uns gedankenvoll und Gedanken. Wir-beginnen zu fragen und das menschliche „Ich", ein Teil ist, Nachdenken. Wenn den Borgängen gegenüber, die im Weltall und in unserer Seele sich abspielen,- verhalten, entstehen in uns von selbst tausende von Fragen zu forschen und zugleich — kritisieren und negieren. Unser Geist kennt keine Ruht: inehr Er verlangt Antwort über verschiedene spekulative rnd soziologische Fragen und wir müssen sie uns notwendigerweise geben. Biele dieser Fragen entstehen zsvar im Innern aller Menschen, aber die geistige Trägheit verhindert sie, sich mst ihnen zu befassen, während einerseits das Leben pocht und sie zu wirken drängt und sie andererseits das Verlangen haben, das Leben zu genießen. So dämpfen, viele Menschen die göttliche Stimme, die in ihrem Innern ertönt und verlassen hie Spekulation dem tätigen Leben zuliebe. Nur Wenige verstehen, daß der Gedanke der Tat vorangehen, daß die spekulative Arbeit eine feste Grundlage gller menschlichen Handlungen sein soll. Und diese Winzigen stellen über all das, was sie sehen und fühlen Fragen und antworten auf dieselben. Auf diese Weise schaffen sie spekulative Analogien, welche entwickelt, zu -einzelnen Gedanken werden. Aber das genügt noch nicht. Die Antwort auf eine einzelne Frage erweckt in uns meistens eine lange Kette neuer Fragen. Die Erscheinungen in unserem innern und äußern Leben bilden eine lange Kette, deren Ringe, wenn auch von einander weit entfernt und scheinbar unter denselben gar kein Band Menschen entstehen auf andern, schließen vom vorhanden ist, ineinander gefügt sind. Die Gedanken des dem Wege der Analogie. Wir vergleichen eine Sache zur Einzelnen auf das Allgemeine und bringen viele Einzelne unter eine unb umfasserde Regel. Und darum, im Momente wie in uns ein neuer Gedanke, dank dem wir klären^ geboren wird, ähnlichen psychologischem die Koordinatious uns eine gewisse äußere oder psychologische Erscheinung erdann, wenn wir wahrlich Denkende sind und uns zu den Lebensfragen gedankenvoll verhalten, fragen iutv uns notwendigerweise, ob wir die Erklärung dieser einzelnen Erscheinung auch auf die übrigen, ihr mehr oder weniger oder natürlichen Erscheinungen, anwenden können. Das ist Methode, auf der sich die Ordnung und Verbindung der Gedanken gründet. Sie schafft, indem sie verschiedene Gedanken gegenüberstellt, die Widersprüche ausgleich: oder — wenn unmöglich — alle Gedanken, die sich zu oder einem andern Gedanken in Widerspruch verhalten mehr oder weniger ändert itiib ihn koordiniert — Harmonie unter denselben. Es ist dies ein Attribut der menschlichen Logik, daß sie zu Einklang und voller Harmonie strebt. Macht man in seelischen Zustande, den diesem Streben einen Schritt weiter, kommt man zu jenem Achad-Haam „Geisteszentralisativn" nennt. Bon den verschiedenen Gedanken, die einander beigeordnet sind, bildet sich einer zu. einem Zentral-