Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 23 (1903)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1904)
- Date
- 1904-04-01
- Page
- Seite 91 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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91 Welt und nur das Unglück ist bei mir zu Gast, Ich habe schwer gesündigt an Dir, Du Armer, Treuer, vergib mir, nimm den Fluch von mir, der meine Seele bedrückt. Komme zu mir, ich bin reich an Geld und Liebe, ich will gut machen, was ich an Dir verbrochen habe." „Nein, nein, nein!" schrie der Wahnsinnige, nix mit. de Goy, es bringt Unglück. Geh' von mer, verdammte Goyn, geh' von mer. ich bring Dich um!" „Beruhige Dich doch, Du Armer/- redete sie ihm begütigend zu. Er aber schlug und trat nach ihr. „Fort aus meine Auge, Du Philisterweib, geh' odder ich bring' Dich um!" Seine Stimme klang heißer, die Stirnader war dick ausgelaufen, ein heftiges Zittern schüttelte den Körper, Awrom tappte mit, den schmutzigen Händen in die leere Luft, seine Augen verdrehten sich, der Athem stockte, dann sank er mit einem Röcheln an den Eckstein, wo er so lange gesessen. Er war erlöst. In einem abgeschiedenen Winkel des Judenkirchhofs liegt ein reichgeschmücktes Grab. Eine schöne Tuja breitet Schatten darüber, eine Bank steht an der Langseite. Jeden Morgen kommt eine tiefverschleierte blasse Frau. Der Wächter kennt sie und grüßt sie vertraulich. Jeden Morgen legt sie frische Blumen auf das Grab des tollen Awrom. «Israel. Gemeindeblatt.) Monatsschau. Am 13. April starb in Weran Herr Geheimrat Prof. Dr. Moritz Lazarus, geb. 15. September 1824 in Filehne. Wir behalten uns vor, auf das Leben dieses um das moderne Judentum hochverdienten Mannes, der als Präsident der Synoden zu Leipzig und Augsburg sich um die jüdischen Reformbestrebungen bleibende Verdienste erworben, in einem ausführlichen Aufsatze, der sein Leben! und Wirken beleuchten soll, zurückzukommen Sein Andenken bleibt ein gesegnetes! — Am 12. März fand die Beerdigung des Herrn Justizrates Siegmund Weyer von der neuen Synagoge in Kerlin aus statt. Herr Rabb Dr. Maybaum knüpfte seine Rede an das Bibelwort „Besser ein guter Name als duftiges Cd" uud schilderte die großen Verdienste des Heimgegangenen. Es sprachen dann namens der Gemeinde Herr Julius Jacoby und Herr Prof. Ludwig Geiger, für die Stadt Berlin Herr Justizrat Cassel. Die Feier in der Synagoge schloß mit einem Gebete des Herrn Rabb. Dr. Rosenzweig.^ Auf dem Friedhofe sprach Herr Rabb. Dr. Stier die rituellen Gebete. — Der Deutsch-Israelitische Gemeindebund versandte nachstehendes Rundschreiben an sämtliche Gemeinden Deutschlands. Löbl. Vorstand! Von einer