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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1904-04-01 · Heft 4 (1.4.1904) · p. Seite 90

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
23 (1903)
Issue
Heft 4 (1.4.1904)
Date
1904-04-01
Page
Seite 90 (sequence 20)
Language
German
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90 Abends, wenn es zu durckel znm Straßenbettel war, Hot der alte Jude in den israelitischen Jiestamants Feuerzeug und Kleinigkeiten zum Verkaufen. Ich traf ihn im Römischen Kaiser wieder, wo ich allabendlich mit dem Parnes der Gemeinde ein Spielchen machte.! „Ach, der junge- Herr, kaufe se mer etwas ab: Streichhelzer,?Sigaarspitze, Bleistifter, Notesbicher, alles gut, fain und scheu." i Jeder kaufte etwas. „Wie alt mag der Awrom sein?“ frug ich den Parnes. „Der ist noch nicht so alt, wie er aussieht. Das Elend und der Schmerz haben sein Gesicht so gefurcht und sein Haar gebleicht. Vor zwanzig Jahren war er ein flotter Student und ein Bild von einem Menschen." Ich horchte erstaunt auf. „Awrom hat studiert?" „Jawohl, und wie fleißig war er. Sie kennen gewiß sein Sprüchlein. Das hat einen tiefen Sinn. Awrom hatte ein Liebesverhältnis mit einer wunderbar schönen Christin. Sie hatte ihn sitzen lassen, darüber ist er verückt geworden und inde ernährt werden. Armer Teufel, der Awrom." seinen Augenausschlag ganz, verstand sein Harren an der auf die Ungetreue mit der Zähigkeit des Wahnsinnigen. Wohltätig hatte die Natür die Erinnerung an seine Schmerzen getilgt. Er wartete auf sie, nur an die Geliebte dachte er, und es verschwand ihm darüber die Vorstellung von Raum und Zeit. Der Unglückliche, der Bedauernswerte! muß nun von der Geme Jetzd verstand ick Straßenecke. Er warte Einige Wochen seltsames Schauspiel. Alte näherte sich bettelni Trauer, die allein im V>> Auf einmal stieß Die Dame ließ noch sehr schön. Ein Madonnenhaftes. „Was ist aus D über den Ohnmächtigen. Der Alte schlug „Ich Hab' auf D jetzt bin ich alt" später „Ach armer, arnne ich gelebt, Alle sind mi ging ich die Promenade entlang, da fesselte mich ein Awroms Straßenecke passierte eine offene Droschke. Der Er schlug bittend die Augen auf zu der Dame in agen saß. er einen Wehschtei ans und brach zusammen, halten und stieg aus, sie war nicht mehr jung, aber immer leidender wehmütiger Zug verlieh ihrem Gesicht etwas r geworden, Abraham," sagte sie entsetzt und beugte sich angsam die Augen aüf und hob mühsam den Kops empor, ch gewart', lang, lang, sehr lang. Jetzt kommste endlich, „Judde sin Judde Goy sin Goy . . . Bleib von se!" t Abraham, bitter bist Du gerecht. In der Fremde habe gestorben, die mir teuer waren, ich stehe allein in der

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