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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1904-04-01 · Heft 4 (1.4.1904) · p. Seite 82

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
23 (1903)
Issue
Heft 4 (1.4.1904)
Date
1904-04-01
Page
Seite 82 (sequence 12)
Language
German
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82 Verlängerung. (Taan. 20.) Wie ideal aber die Auffassung von der Rücksicht war, die man unter al-lsn Umständen der Frau schuldet, mag Folgendes zeigen. Der Gesetze^lehrer R Chija hatte eine Frau, die, gewiß eine merkwürdige Ausnahme, ihren Gatten oft ärgerte. Was tat nun der Rabbi? Er bemühte sich, ihre Chikaneu durch Liebe zu besiegen. Denn so oft sich ihm etwas Gutes fand, band er es in ein ftmch und brachte es ihr heim. Da sprach einmal sein Neffe Rab seine Verwunderung darüber aus. „Sic macht dir das.Leben sauer und du überhäufst sie mit 'Aufmerksamkeiten?" Ist es nicht genug, beschied ihm der Oheim, daß sie uns unsere Kinder erziehen und alles Sündhafte und Niedrige aus unserer Nähe bannen? (Jebam. 03.) Ich meine, m. Hochg-, edler und klarer kann das Bewußtsein von ber überaus hohen Bedeutung, welche dem Berufe der Frau für die sittliche Begründung und Gestaltung des Lebens einwohnt, nicht angetroffen werden. Hier haben wir auch wohl den eigentlichen Grund, weshalb der Frau ein Teil der religiösen Pflichten vom Talmud abgenommen wurde. Es sprach sich darin keine Minderschätzung, sondern eine dankbare Würdigung der großen Aufgaben aus, die der Frau ohnedies für Haus und Familie obliegen. (Fortsetzung folgt.) Wähbi Wcses ben Wairnun in seiner Wedeutung für die Mit Recht Geschichte der Hlaturwissenschaften. Bon Mar iWobi. betrachtet man gewöhnlich das frühe Mittelalter als die Zeit des Niedergangs ans kulturellem Gebiete, als die Zeit einer „geistigen Decadence." Und doch haben damals Männer gelebt nnv gewirkt, deren segensreiche Lehren die Erkenntnis der herrlichen Weltenschöpfung gefördert und den Kampf mit den finsteren Mächten der Beschränktheit und Unduldsamkeit siegreich durchgesührt haben. In erster Linie blühte Wissenschaft und Kunst unter dem milde» Seepter der Maurenkönige zu Spanien. Während das übrige Abendland sich mit wenigen ähnlichen Ausnahmen darauf beschränkte, arme elende Weiber als böswillige Hexen zu verbrennen und schastlichkeit auszus gelehrte Abhandlungen über den „clüGoln^- als höchste Wissenassen, erlangten die Mauren und Inden Spaniens durch gründliche Einarbeitung I in Idie Werke altklaisiscber Gelehrter, durch eigene Forschung. wie Beobachtung eine ^hvhe geistige Ausbildung. Bei der „aturphilosophischer Veranlagung der Hebräerlist fs klar, daß vornehmlich die Naturwissenschaften eifrig gepflegt wurden. Schost die Kalenderberechnung erforderte genaue astronomische I

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