Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 23 (1903)
- Issue
- Heft 3 (1.3.1903)
- Date
- 1903-03-01
- Page
- Seite 66 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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66 Doch würde unsere» ganze heutige Lebensauffassung, das Verhältnis der Menschen zu einander, auch das Verhältnis der Völker zu einander undenkbar sein ohne jene Grundlagen und Ziele, die im Allfang des vorigen Jahrhunderts^ auf uns über¬ und Ideale gepflegt zu haben, ist ein anderes Verdienst vielleichl in einem engeren Kreise, als man allgemein an idealen Sinn. Ideale pflegt auf Menschenberufes. kommen sind. Diese Ziele der feiernden Gesellschaft, annimmt, aber immerhin r^iht. sich Arbeit an Arbeit, idealer Sinn Es war auch mir in besonderem Maße erfreulich, daß man die dem Boden des Gotteswortes, unter göttlicher Auffassung des Auch das auszusprechen als iMensch ist mir in diesem Kreise und bei dieser Feier Bedürfnis u. so möge denn die GeMschast „Humanität" weiter blühen und gedeihen. Sie möge nach der wirtschaftlichen, nach der sozialen, wie der ethischen Seite ihrer Aufgabe erfolge reich wirken in ihr zweites Jahrhundert hinein. An Leitern und Geleiteten, an Mitgliedern und Mitarbeitern möge sie wachsen und blühen alle Zeit. Das wünsche ich von Herzen Mit einer kurzen Gedächtnisfeier für die verstorbenen Mitglieder der Humanitätsgesellschaft und einem Gesang des Mannerquartetts schloß die ihres Anlasses würdige, erhebettde Veranstoltuug. An die ernste Feier-schloß sich am Abend von 6 Uhr ab in den Räumen des Zentralhotels, ein glänzend verlaufenes frohes Fest. Der neue, elegante, große Saal, in welchem die Tafel stattfand, vermochte kaum die Erschienenen zu fassen, Mitglieder der Gesellschaft mit ihren Damen eingefunden, an die froheste Slimmung, die Toaste lvurden jubelnd befand sich eines, welches in der damaligen Form raschung hervorrief. Das erste Majestät dem Kaiser., es so zahlreich hatten sich die Es herrschte von Anfang ausgenommen, die von besttm Hum^r erfüllten Tischlieder kräftig gesungen. Darunter bereits zu der r>0jährigen Jubelfeier verfaßt und genau typographisch wieder hergestellt war, was freudige Über- Hoch, vom Präsidenten ausgebracht, galt Sr. folgten Trinksprüche aus die Gesellschaft Humanität, auf den Festredner, Herrn Landrabbiner Dr. Prager, auf die Damen rc. Nach aufgehobener Tafel wurden die Teilnehmer durch rin ungemein sinniges Festspiel erfreut. Die alte und die neue Z'it, sowie die „Humanität" ergingen sich in treffenden Betrachtungen, an deren Sck luß die von der Gesellschaft in dem zurückgelegten hundertjährigen Zeiträume unterstützten Künste und Handwerke, sowie der Ackerbau in malerischen Kostümen mit Embleme l anftraten und, ihre Tätigkeit durch entsprechende Bewegungen kennzeichnend, einen Reigen ausführten. Stürmischer Beifall und wiederholte Hervorrufe frk Mitwii kenden und des Verfassers wurde diesem anmutig ausgeführten Festspiel zu Teil. Zweitens einer sehr geschätzten Sängerin und eines stimmbegabten Herrn wurden sodann einige Liedergaben in künstlerischer Weise geboten, woran sich ein fintier Ball schloß, der die tanzlustige Jugend noch lange beisammenhielt. 'Hochbefriedigt voll Allem, um eine frohe Erinnerung reicher, schied man in später oder besser gesagt früher Stunde von den gastlichen Räumen. >