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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1903-03-01 · Heft 3 (1.3.1903) · p. Seite 64

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
23 (1903)
Issue
Heft 3 (1.3.1903)
Date
1903-03-01
Page
Seite 64 (sequence 18)
Language
German
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ihn sich gedacht hat, m stab von dort holen, rgo holen gewohnt sind: I Begriffe der Bibel, wohe Gott sprach, wir wollen Ähnlichkeit. Mit diesem überstehende Anschauunge n was in ihm lebt und — 64 — Wirklichkeit auch bestehen kann, so müssen wir den Maßwir ihn seit Jahrtausenden bei so vielen Fragen zu der heiligen Schrift. Was ist Humanität nach dem ejr strömt sie, was ist ihre Wirksamkeit, was ist ihr Ziel? den Menschen machen mit unserem Ebenbilde, nach unserer Satze kommen wir auf zwei unversöhnlich einander gegendie eine, welche den Menschen mißt nach dem Göttlichen, ihn über alle Geschöpfe erhebt, die andere, welche den Menschen mißt nach beim Maßjiabe der Schöpfung, zu der er gehört. So ist es gekommen, daß in unserer Zeit vielfach der Satz verschmäht wurde, der Mensch sei ein Ebenbild Gottes.!E3äre es möglich, durch den Spott eine Wahrheit umzubringen, die Weisheit kcr neuen Zeit hätte uns diesen Satz der Schrift geraubt Da reden sie vom Guten, das der Mensch üben soll aus Achtrmg vor sich selbst. Woher aber sol,l diese Achtung kommen, wenn der Mensch nichts anderes ist, als die übrigen Geschöpfe. Nur das Bewußtsein, daß die Meuschenseele Gottes Ebenbild sei, kann uns zum Guten r nd zur Wahrheit führen. Aus dem Göttlichen in uns kommt das Ideale, das wir Humanität nennen. Die Frage, woher Humanität strömt, ist nicht bloß eine theoretische, nicht bloß müßige Schulweisheit, über die man heute so und morgen anders denkt. Sie ist entscheidend für die Ausgestaltung des eigenen Jchs, grundlegend mr das Menschenleben. Die Gotteskindschast des Menschen als Grundlage für die Ausgestaltung des Lebens, das aber ist die große Kunde, die die Bibel der Menschheit gebracht hat Nur auf dem Boden dieser Anschauung ist der Satz möglich: , Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst." Als habe die Schrift gefürchtet, daß merschliche Engherzigkeit das Wort „Nächsten" mißdeuten könne, fügte sie schnell hinzu: „Tu sollst lieben den Fremden, wie dich selbst". Der rühme sich nicht, daß er Liebe habe zu Gott dem Bater, wenn er die Liebe nicht übt gegenüber den Menschen, seinen Brüdern. Klagen wir nicht daß das Ideal, welches dem Stifter unserer Gesellschaft vorschwebte, sich nicht äanz erfüllt hat, und vergessen wir darüber nicht, welches hohe Ziel die Humanitäl hat. Wohl kaum ein Gedanke, wohl kaum ein Lehrsatz, wohl kaum eine Hoffnung ist in der heiligen Schrift so lebendig zum Ausdruck gebracht worden, wie gerade das Ziel, das Humanität, für das Heil und die Zukunft der Menschen iin Auge hat. Auch dieses Ziel finden wir in dem Worte Gottes: Wir wollen dev'Mensch:n machen mit unserem Ebenbild nach unserer Ähnlichkeit. Darin ist das hohe Ideal ausgesprochen, in dem die Völker immer wieder neue Kraft und neuen SWut für ihren Glauben, für die Zukunft finden: Eine geklärte Gotteserkenntnis! Gott unser Vater, wir seine Kinder! Eine zukünftige Zeit, in der die Völker glicht nuhr das Schwert gegen einander erheben. Ob wir ein Recht haben, an die Verwirklichung eines solchen Ideals zu glauben? Auch über Ideale sitzt die Weltgeschichte zu Gericht und hat zum Teile

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