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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1903-03-01 · Heft 3 (1.3.1903) · p. Seite 58

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
23 (1903)
Issue
Heft 3 (1.3.1903)
Date
1903-03-01
Page
Seite 58 (sequence 12)
Language
German
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58 aus dieser Welt ausgestoßkn, und es Bett, das ist seine ganze Welt. Da durchs Fenster, kümmerlich einmal e aber er, er muß es sehen und empsi Der Kranke, meine Teuren, kann nicht erhalten, er kann es nicket vermehren, war, so geht das Vermögen zurück, Stelle der Bequemlichkeit die Beschwe Tränen vom Weib und die stillen emporsteigen. Und der Kranke ist Kranke ist nicht nur verurteilt zum Verist umfängt ihn ein Zimmer oder gar nur ein konimt kümmerlich einmal ein Sonnenstrahl in Mailüfter'l, das ihm süßen Trost zuredet, kümmerlich einmal der Glanz dieser SSSelt. Vielleicht sieht er Berge, vielleicht sieht ep Täler, vielleicht sieht er die grün:n Matten und die waldgekrönten Bergspitzen, »den, daß er ausgestoßen ist vom Genießen. mehr arbeiten, er kann sein Vermögen nicht i|tnb wenn er der einzige Ernährer des Hauses geht der Reichtum zu Grunde, so kommt an lichkeit, an Stelle der Sorglosigkeit kommt der Kunkmer und die Anäst, und wenn Weib und Kinder da sind, für die der Ernährer sorgen muß upd, gefesselt ans Bett, nicht sorgen kann, dann sind es die Seufzer der Kinder, die als Gebet zu Gott nicht nur ausgeschlossen vom Weltdienst, der indernlassen seines Vermögens, der Kranke, er fängt auch an, seine Seelenruhe einziiiißen, ja er glaubt bald nicht mehr, daß es einen gütige» Gott gibt, dtnn er fraä Schmerz, was habe ichgetan? Und mancher, den er für ungerecht hält, ge und er, der sich für schuldlos hält, Waruin leide ich, warum ergreift mich der er sängt an nachzudenken darüber, warum so esund und glücklich über die Straßen wandelt, für gut und brav, er muß hier leiden. So wird aus dem Kranken ein Armer sind aus dem Armen ein Zweifler, und so ist er am Leibe krank, am Vermögen krank, an der Seele krank, und er ist verfallen den tiefsten Leiden, und wer will sagen, daß der Reiche davon verschont ist. Nun kommt ein Mensch mit freundlichem Blich mit liebevollen Worten, mit tröstender Rede, nun konimt esti Mensch, sucht ihn auf, den Verlassene», den Verstoßenen. Die Augen und die Lippen das Krankenzimmer hinein Da wünscht man, er solle bringen e nen ganzen Frühling von Liebesgedanken in und Wünsche, Gebete werden dem Kranken gereicht, leben. Er fängt au zu glaube» und zu lieben auf dieser Welt, er fängt an sich wieder aufzurichte» und sich zu stärken in dem Gedanken, daß der Gott, der solche Menschen hat entstehen lasse», doch ein Gott sein muß, der auch Liebe und Erbarüien kennt. Er ivird wieder reich an Hoffnung, reich'an Trost, reich an’ innerer Erbauung, und das Wunder, das hat ein Mensch gemacht, das Wunder, einen Toten zu beleben, das Wunder, daß er aus der Gruft des luftigen Lebenserwärmung heraufblicke. O du ' lieber Bruder oder Schwester, du magst gesündigt haben was du willst, wenn du mit dieser Liebe zu einem Armen ko»m st, dann denke an den Satz unserer Weisen: Wer düs ausübt Zedokoh, der erwirbt sich ein ewiges einem Kranken gekomnieii bist, denke was du damit getan Zedokoh tazil mimowes Leben. Wenn du also zu und hast gezeigt, daß die wahre Re hast: Dir hast du. ein cviiges Leber geschaffeq, du hast deinem Gott nachgeahmt igion nicht besteht bloß im Verstehen Gottes,

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