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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1903-02-01 · Heft 2 (1.2.1903) · p. Seite 37

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
23 (1903)
Issue
Heft 2 (1.2.1903)
Date
1903-02-01
Page
Seite 37 (sequence 15)
Language
German
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37 Politiker, Schriftsteller, Dichter und Journalisten für die Entwicklung der deutschen, Sprache geleistet habe» Herr Daubenspeck mag es in irgend einem Leitfaden Nachlesen. Nur zweierlei sei hier hervorgehoben. Bor allein muß der gerechten Entrüstung über dieses Berhalten eines hochstehenden Juristen Ausdruck gegeben werden, der in dieser Weise zersetzenden antisemitischen Geist im Gewände scheinbarer Wissenschaftlichkeit in die Kreise derjenigen Männer trägt, dir einstens berufen sind, als unabhängige, objektive Richter über den Parteien zu stehen. Dann aber, zum Zeichen, daß der traurigen Tatsache auch ein Moment der Komik nicht fehlt, »och einen weiteren Hiniveis. Herr Danbenspeck schöpft den größte» Teil seiner Weisheit auf dem Gebiete deutscher Sprachkunde aus de» Schriften von Sanders; er zitiert ihn fortwährend und nennt ihn auch ausdrücklich „Autorität". Sanders aber war bekanntlich ein deutscher Sprachforscher jüdischen Glaubens oder, wie Herr Reichsgerichtsrat sich geschmackvoll ausdrückt, auch ein „semitischer Mitbürger". Ob Herr Daubenspeck das wohl gewußt hat? Herr Danbenspeck zitiert überhaupt viel. Außer Juristen und seiner Hauptguelle, dem Juden Sanders, müssen noch der antisemitische Wustmann, der alte Romanist Becker und einige mir näher nicht bekannte, aber mir als Antisemiten geschildert, Autoren mit Belegstelle» herhalten. Erstaunt war ich, unter den Zitaten gelegentlich auch Herders „Briefe zur Förderung der Humanität" zu finden; Herr Danbenspeck scheint sie also gelesen zu haben. Bielleicht liest er sie noch einmal. Wachruf. gehalten an der Bahre Hieronymus Lorm's, am 5. Dezember UH)2 vom Landesrabbiner Tr. B. Placzek in Brünn. Wo über schwüle Wüstenei Sich wölbt der Himmel, glühend, Da streckt den blanken Stamm empor Ein Bäumlein, einsam blühend. In seine Rinde gräbt und wühlt Des Eisens scharfe Schneide; - Da quellen Tropfen, hell und klar, Dem Baume selbst zum Leide.

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