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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1903-02-01 · Heft 2 (1.2.1903) · p. Seite 36

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
23 (1903)
Issue
Heft 2 (1.2.1903)
Date
1903-02-01
Page
Seite 36 (sequence 14)
Language
German
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— 36 -4 Das in den Kreisen der Gerichtsrefereüdare viel gebrauchte und gewiß in manchen Beziehungen äußerst nützliche Lehrbuch für den praktischen Vorbereitungsdienst enthält in der neuen Auflage leider eine Peihe antisemitischer Ausschreitungen, wie sie in einem ernsten, wissenschaftlichen Zweien gewidmeten Buche nicht enthalten sein dürfen. Dies umsoweniger^ als das Buch eine Vorschule für die hohe und sein soll. Herr Daubenspeck hat das ideale Aufgabe künftiger Richt^rtätigkeit zweifelhafte Verdienst, den Antisemitismus osfizilel in den juristischen Vorbereitungs. dienst eingeführt und dort literatprsähig gemach^ zu haben. Daß Herr Daubeuspeck es für richtig findet, in dem von ihm erfundenen Beispielen, soweit er überhaupt volle Namen uhnnte, den Prozeßparteien und Anwälten nur jüdisch klingende Namen zu geben,; das; er von dem Kläger Salomon Cohn, dem Agenten Ätzig Mayer in Rixdorß den Kaufleuten Simon Pintns, Abraham Levysohn uno Anderen sowie voin dem Rechtsanwalt Cohn, dem neunundneunzigsten, spricht, sind daß er dem einzigen, jiit seinem Buche erwähnten Christen, dem offenbar bedauernswerten ^Maurermeister Kaspar Friedrich in Charlottenbnrg einen jüdischen Anwalt s in der Person des Rechtsanwalts Levy XIII zuteilen zu müssen geglaubt hat, has mag;wch übersehen werden. Notwendig war es nicht; denn in Rixdorf gibt eH wohl auch christliche Agenten, und der vielleicht gesinnungstüchtige, urdeutsche Caspar Friedlich hätte in (5harlottenburg sogar einen tüchtigen antisemitischen Anwalt gefunden. Indessen über Geschmack läßt sich bekanntlich streiten, und jeder macht diese Witze, die seinen Geistesanlagen entsprechen; die des Herrn Daubenspeck reichen offenbar nicht weiter.- Man könnte sogär über derlei lächeln, wenn die Sach^ nicht sc ernst und traurig wäre, wenn nicht gerade ein gewesenes Mitglied des höchsten deutschen Gerichtshofes so schreiben und wenn nicht eine so angesehene Verlägshandlurg dieses Geistchprodukt in vielen Tausenden von Exemplaren verbreiten ^ürde. Über dieses vielleicht erlaubte Maß nicht ganz harmloser Scherze und geistloser Witze geht es aber hinaus, wenn Herr Daubenspeck an anderen Stellen des Buches das angeblich „nicht allzusehr geschürfte Sprachgefühl" „unserer semitischen und ihnen im Gegensatz zu den Söhnen „arischer Mütter" sie ^in der Presse eifrig bemüht sind, in ihrer zu bilden".!Das erfordert denn doch einen Mitbürger" anzurempeln zu unterstellen sich erdr^istet, Weise die deutsche Sprache weites energischen Widerspruch. > daß Herrn Es kann dem ihm, wie sich aus den Abstammung ergibt, bije geblieben sind, und wenn Schriftsteller jüdischen Gla ein Privatissimum darübe; Rei> von ihm Forschen er auße ubens ve t zu habe chsgerichtsrat a belichten Ausdir; gsertzebnisse rdem auch grob^ i:rät; es würde n, was Inder; D. nicht verübelt werden, wenn ücken „arischer" und semitischer" choderner Völkerkunde unbekannt- Unkenntnis der Werke deutscher auch zu weit führen, dem Herrn in der Wissenschaft sowie als

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