Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 23 (1903)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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- 10 j herrlichen Ziele, aus der Religion gestalten. Es ist stets der Stand als Produkt des Volksgutes uni subjektive Anschauung einzelner Ir und der Talmud mit allen seinen Vollendung dieser Richtung anzuse des Volkes die Religion der Völker berauszuunkt festzuhalten, daß das talmudische Judentum Volkswillens anzusehen sei und nicht als die üvidualitäten. Die Gesetzestreue und Gesetzesstrenge, die von Esra au^ging, wiiude später zum Prinzip des Judentums erhoben Auszweigungen ist als der Ausbau und die jen und aufzufassen. Aber seit den Tagen Esras wurden nicht nur Ceren^onien unt Vorschriften, die eine schützende Mauer bilden sollten, angenommen, sondern auck in den rein geistigen Lehr- und Glaubensinhalt ^es Judentums drangen jnicht imn er zu dessen Veredlung mit der Zeit neue fremde Ansichten ein. Wir brauchen nur an den Glauben von geflügelten Engeln, von Teufeln, von bösen Gei tern, .wie an den Glauben der leiblichen Auferstehung des Toten zu denken. Durch die Cod fiziernng der Gesetze wurde das Judentum in seiner Entwicklung eher gehemmt rls gefördert und hat dieselbe in dem 1507 von Josef Karo redigierten .Schulchai Aruch" ihren Höhepunkt erreicht. Man hat dieses Werk, welches als Gesetze. Sammlung Autorität erlangte, weil der Verfasser wegen seiner Gelehrsamkeit, Genauigkeit und Frömmigkeit großes Vertrauen genoß mit Unrecht den geschriebenen uns chlbaren Papst der Juden genannt, - denn Josef Karo war ein Gesetzsam nler und kein Gesetzgeber. Daß in den Unsummen von Paragraphen neben Herrlichem ui b Schönem viel Kleinliches enthalten, ist nicht zu verwundern ebenso daß Vieles in diesem Werke für das praktisch religiöse Leben völlig wertlos ist. Vieles in diesem Werke ist allerdings in unserer Zeit dem freien Aufschwung der Seele eher genau nach den Vorschriften des vom Verkehr mit der Welt nahe ausführlicher und minutiöser als Wenn wir auch gerne zu reinsten waren, so ist a rdererseit Casuistik die Ausführung oft eilte hinderlich als förderlich und wer heute sein Leben Schulchan Aruch" einrichten wollte, müßte sich u abschließen. Kein Exerzierreglement ist exakter, Dieses Reglement des religiösen Lebens, eben, daß die Absichten und Beweggründe der Talmudisten bei Abfassung von (Gesetzen und Vorschriften immer die edelsten und ein Beispiel anzuführen, allen Evnstes darüber abgehandelt, welche Kopfbedeckung am Sabbat nicht getragen werde i Ruhetage jederlei Arbeil verboten dürfe, (Orach Chajem 301, 42 u. 43) weil am ist und das Aufsetzen mancher Kopfbedeckung der wäre. Errichtung eines Zeltes ähnlich Der Sabbat mit seiner Keelenweihe wäre uns viel leichter erhalten geblieben, wenn neun Zehntel der Verbote einer haarspaltenden Casuistik ih^ 1280 Sabbatvorschriftrn gibt, nach Abschluß des „Schulchan 2 nicht zu verkennen, daß durch eine zu weitgehende verschobene Form annahm. So wird um nur n. Bezug uns denselben nicht existierten, die nur Entstehen verdanken. Es kam so weit, daß es abgesehen von den vielen neuen Vorschriften, die mch" noch dazu kamen. Wie nehmen sich doch, die durch Gedankenlosigkeit gehäuften Gesetze und Vorschriften aus, wenn wir einen