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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1903-01-01 · Heft 1 (1.1.1903) · p. Seite 6

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
23 (1903)
Issue
Heft 1 (1.1.1903)
Date
1903-01-01
Page
Seite 6 (sequence 8)
Language
German
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6 zukunftstrunkener Seher sieht, wie wie zehn Männern aus allen ergreifen und sprechen:-Mir wollet Gott mit euch ist." Der Gedanke einer die gau. jüdischem Boden entstanden, der Prophetismus hat den Gedanken \ dessen Pforten weithin leuchtend di! ein Bethaus für alle Völker genau Es kann nicht die Aufgabe universalistische Tendenz der Bibel nationale Schranken dMchbrechendiu Diese Wahrheit schien so wichtig, Saß es dem Verfasser der heiligen Urkunde nicht genug war, sie einmal anszuspr^hen. Fünfmal wird in der Patriarchengeschichte dieser Gedanke in verschiedenen A chtungen wiederholt: „Es sollen gesegnet werden durch dich alle Familien des Erdbodens." „Abraham soll zu einem großen Volk werden, damit durch ihn gesegnet norden alle Völker der Erde." „Und es sollen gesegnet werden durch' deine Nachkommenschaft alle Nationen der Erde." Ähnlich lauten die Segensworte bei dem zweiten und dritten Patriarchen. Also die Auserwählung Israels geschah nicht um seinetwillen, sondern um der Menschheit willen. Israel, so heißt der bezeichnende, jede Mißdeutung ausschließeüde Ausdruck soll ein Priestervolk sein. Wie der Priester nicht für sich heilige Handlungerl'ausübt, nicht für sich lehrt und das Heiligtum hütet, sondern für sein Volk, so soll Israel, das Priestervolk, ausüben, lehren und hüten für die Gesamt-Menschheit. Und wenn an anderer Stelle gesagt ist: „Mein erstgeborener Sohn ist Israel," so heißt das wieder nichts anderes, als daß alle Völker Brudervölker Israels, alle Menschen Kinder Gattes seien, daß aber die ursprünglichen persönlichen Eigenschaften Abrahams und seiner Nachkommen sie gleichsam vor allen geeignet machten zur Nach folg i Gottes, zur Bewahrung des göttlichen Erbes. Aber nicht für sich sollten sie diests Erbe bewahren, sondern für die Brudermenschheit. Einst würden — das war )rr stolze Zukunftstraum der Propheten — alle Völker wandeln in Israels Lichte, einst würde zu allen Völkern bis zu den fernsten Eilanden die Religion Israels, ) e Gerechtigkeit und Liebe aus ihren Fittichen trägt, hinausgehen. „Zu dir werinn Völker kommen," ruft der begeisterte Gottesmann seinen^ Volke zu,- „von den (Grenzen der Erde und sprechen: Unsere Väter haben uns Irrlehren vererbt! Alle Nationen werden kommen und sich bücken, Ewiger unser Gott, vor dir und dunem Namen die Ehre geben." Und ein anderer ie Völker in Scharen dem Judentum Zuströmen, Wlkern den Rockzipfel eines jüdischen Mannes mit euch gehen, denn wir haben gehört, daß e Menschheit umfassenden Weltreligion ist auf osaismus hat den Grund dazu gelegt und der lsgebaut zu einem weitgewölbteu Tempel, auf jesaianische Inschrift steht: „Mein Haus soll tt werden!" dieses Aussatzes sein, alle Stellen, die für die in Betracht kommen, aufzuzählen; sonst müßte hier die ganze mosaisch^ Fremdenc^setzgebung vorgeführt werden, die von einer alle allgemeinen Menschenliebe durchweht ist und in den beiden Sätzen gipfelt, deren eitler der Hauptsatz des jüdischen Rechtes

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