Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 23 (1903)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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4 Sinne, ohne daß das Urteil vor!) schlechter werde, das ist! für den Frage. Er wird untersuchen. ob oder mindern, ob die Menschheit verfeinern oder verrohen, ob die diese Fragen wird er un wird er sein Urteil fällen. Das erste ist das fahren, die sogenannte induktive 9Qi' hafte, wissenschaftliche Verfahren, di Beweisverfahren anwendet, läßt d sondern zwingt sie, auszusagen, wa!- sie aussagen, ^vas er zu hören wür fährt, dem ist es darum zu thun, se die Thatsachen sprechen. Der Erste behauptet dann, alle Dinge sind Kun lichen Farbe und in ihrer natürlich Die Verkleinerer des Judenst eingeschlagen, und sogar die Besten Ja, ich lnöchte behaupten, si gehen, sie mußten von ihrem christl im Rechte sei, mußte das Judentum Vollendung des Judentums darstelle das Christentum steige, mußte das universalistisch sein, mußte im Sind: Christentum der Ruhm verbleibe, den er feststeht. Ob die Welt immer besser oder rach diesem Verfahren Forschenden eine offene in der Menschheit die Verbrechen sich mehren grausamer oder milder wird, ob die Sitten sich Kultur vorwärts schreitet oder zurückgeht; alle versuchen, nid je nach dem Ergebnis seiner Untersuchungen vor-eingen>immene, vor-urteilsvolle, unwissenschaftliche Veriethode, das zweite ist das unbefangene, gewissensogenannte induktive Methode. Wer das erste tcj Wirklichkeit nicht frei reden, was sie will, er will. Er foltert die Dinge so lange, bis lischt. Wer aber nach der zweiten Methode verübst die Wahrheit zu erfahren und er läßt darum ieht die Welt durch buntgefärbte Gläser und nt; der Zweite sieht die Dinge in ihrer natür- Beleuchtung. ms haben von jeher das erste Beweisverfahren unter den christlichen Beurteilern des Judentums sind — mit verschwindenden Ausnahmen — mit fertigen Annahmen mit Bor- Urteilen an dasselbe herangegangen. mußten mit Vorurteilen an dasselbe heranchen Standpunkt ans. Damit dgs Christentum im Unrecht sein, damit das Christentum eine mußte das Judentum unvollerchet sein, damit Judentum fallen. Das Judentuch durfte nicht lipfe des Partikularismus steckep, damit dem Universalismus geboren zu hahen. In Wirklichkeit aber finden sich in der Bibel neben den angeführten partikularistijchen Stellen, zahllose Stel in, in denen der Universalismus leuchtend wie die Mittagssonne hervorbricht. Das erste Wort der Bibel, das erste Wort des Mosaismus, der nur einen Nationalgott kennen soll, heißt: „Im Anfang schuf Gott die Welt". Ein eigentümlicher Nationalgott, der die ganze Welt und alle Völker darauf geschaffen hat! Nicht ohne eine Gefühl der Rührung muß ich da einer Erklärung dieses ersten Bibelwortes durch J beit berühmten jüdischen Bibelerklärer des Mittelalters, Raschi, gedenken. „Warum" so beginnt er seinen Commentar, „fängt die Thora denn eigentlich mit der Geschichte der ein Gesetzbuch für das Sqolf Israel Weltschöpfung an? Wenn die Thora lediglich ^in soll, so hätte sie erst beginnen müssen mit