Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 14 (1894)
- Issue
- Heft 12 (1.12.1894)
- Date
- 1894-12-01
- Page
- Seite 282 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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282 gründet. Beitrag 20 Cents pro Monat, wofür folgende Unterrichtszweige Abends gelehrt werden. Vortragsknnst, physische Kultur, Litteratnr, Kleidermachen, zwei Abende in der Woche sind der geselligen Unterhaltung gewidmet. Auch ist mit diesem Klub ein Kindergarten verbunden, in welchem 35 der Kleinsten bis zum sechsten Jahre Unterricht erhalten. — Die neue Ministerliste für Victoria enthielt auch den Namen von Mr. I. A. Abrahams, der das Amt des Attorney General (GeneralstaatSanwalt) bekleidet und eine der beliebtesten Persönlichkeiten in Melbourne ist. — Am 21. September wurde der neue Tempel der Tiferath Israel Gemeinde in Cleveland, der ältesten Reformgemeinde im Westen feierlich eingeweiht. — In Chicago hat die North Chic. Congregation ihre neue Synagoge eingeweiht. Dr. Norden hielt die Weiherede. — Mr. James Glaishar, der Borsitzende des „Palestine Exploratinn Fund", berichtet der „Academy" zufolge, daß an einer im Süden Jerusalems außerhalb der Mauer gelegenen Stelle Untersuchungen vorgenommcn wurde», in der Hoffnung, Reste der alten Stadtumwallung aufzufinden. Südöstlich vom englischen Kirchhof wurde ein Schacht gegraben und von hier aus in nordöstlicher Richtung ein Gang vorgetrieben. In einer Entfernung von 48 Fuß tief stieß mau dabei, nach Mitteilung des Herrn Bliß, auf eine schön gearbeitete Steinböschung. Dieser ging man, indem man ihren verschiedenen Winkeln folgte und zugleich nach rechts und nach links hin vordrang, bis auf etwa 140 Fuß nach. Herr Bliß glaubt in ihr die thatsächliche äußere Befestigungslinie des alten Jerusalems gefunden zu haben. — Das Departement für öffentliche Bauten hat die Ausbesserung der alten Salomonischen Wasserleitung in Jerusalem angeordnet. Die Leitung führt das Wasser von den Quellen bei Arrul nach der Stadt. Es soll ein 3750 Meter langer Tunnel gebaut werden und die Kosten werden auf Lstr. 80,000 veranschlagt. Die Wasserleitung war noch zu Zeiten Christi im Gange. — Man hat jetzt in Palästina noch eine wichtige Bahnlinie ins Auge gefaßt. Dieselbe soll ganz Palästina von Nord nach Süd durchlaufen. Sic soll in Damaskus anfangen, von da nach Beirut gehen und dann an der Küste entlang mit Seitenlinen nach dem Innern laufen und in Jsmailia oder Suez endigen. So würde Palästina mit dem ägyptischen Eisenbahnnetz und dem Schiffsverkehr von mehr als der halben Welt, der durch den Suezkanal geht, verbunden werden; auch würde der Suezkanal, die wichtigste Wasserstraße der Welt, zum Hafen für Palästina werden. — Zwischen China und Japan ist jetzt der Halbinsel Korea wegen der Krieg entbrannt und aus beide» Seiten ist schon Blut geflossen. Es dürfte daher nicht uninteressant sein, wenn wir den jetzt in den genannten drei Ländern lebenden europäischen Inden einige Worte widmen. Im Kaisertume Japan existirt nur eine einzige jüdische Gemeinde in der Hafenstadt Nagasaki,' die aus englischen, amerikanischen, holländischen, deutschen, österreichische» re. Emigranten besteht und