Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1894-12-01 · Heft 12 (1.12.1894) · p. Seite 283

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 12 (1.12.1894)
Date
1894-12-01
Page
Seite 283 (sequence 19)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2969669-2969961-2969974--4338-2977444
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

288 * die auch eine Synagoge und einen besonderen Friedhof besitzt. Kleinere jüdische Ansiedelungen giebt es dann noch in den Hafenstädten Kobe und Hokohama und in der Residenzstadt Aeddo (Tokio). Japan hat bekanntlich seine Pforten den Europäern und Amerikanern erst 1854 geöffnet. Was China anbelangt, so befinden sich in dessen Hauptstadt Peking, in der noch heute mit Ausnahme der europäischen Gesandten, keine Fremden geduldet werden, da die chinesische Regierung dieselben nicht beschützen kann, gar keine ausländischen Juden. Dann giebt cs in der Hafenstadt Schanghai und auf der zu England gehörenden Insel Hongkong kleine jüdische Gemeinden mit Gotteshäusern und Friedhöfen. Ter in Schanghai erscheinende „Ostasiatische Lloyd", das einzige deutsche Blatt in China, gehört dem Hamburger Annoncen-Bureau Stein.. In den chinesischen Hafenstädten Kanton, Futschan und Ainoy giebt es gleichfalls kleinere jüdische Ansiedelungen. Im Königreiche Korea dagegen, das erst 1876 den Europäern die Einwanderung gestattet hat, befinden sich gar keine Juden. ' Theater, Musik und bildende Kunst. Der bekannte Componist Herr Baron Alberto Frauchetti, eine Neffe der Rothschild, dessen Familie in Reggio d' Emilia ansässig ist, hat das dortige Stadttheater gepachtet, in welchem er nun Mnsteranfführungen von Opern veranstalten wird. — In Snresncs, im Depart. Seine, starb jüngst Victor Koning, der einst als Pächter der Gymnase und anderer Pariser Bühnen weitbekannt war. 188l übernahm er das Gymnase-Theater, und vor mehreren Jahren waren seine Erfolge beinahe phänomenal. Aber im Laufe der Zeit folgte ein Fehlschlag dem anderen, und nach einer Spekulation mit dem Eden-Theater gab Koning den Kampf auf. Er war ein Mann von hoher Intelligenz und rastloser Thätigkeit »nd, bevor er Theaternnternehmer wurde, war er ein bedeutender Journalist; die Blätter, für welche er schrieb, waren der „Figaro" der „Rain Jaune" und das „Paris-Journal". Ferner schrieb er mit anderen Autoren zusammen Lustspiele, Possen und Revues; bekannt wurde er als Mitverfasser des Libretto zu Leeocq's berühmter Operette „On fille de madame Angot". — Am 26. Oktober wurde int deutschen Theater in Berlin Ludwig Fuldas neuestes Stück „Die Kameraden" anfgeführt. — Ein Kunstwerk ersten Ranges, Jerusalem in Holz geschnitzt, ist zur Zeit in Wie» zur Schau gestellt. Das Holz-Tableau ist ca. zwölf Meter lang und ungefähr drei Meter hoch. Ter Holzbildhauer Franz Stulger, der nicht mehr am Leben weilt, arbeitete 88 Jahre an der Fertigstellung des Werkes, welches nach einem im Batican befindlichen Gemälde modellirt wurdh. Im Hintergründe des Bildes sieht man, vorzüglich plastisch ausgeführt, den Olberg und die

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.