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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1894-12-01 · Heft 12 (1.12.1894) · p. Seite 278

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 12 (1.12.1894)
Date
1894-12-01
Page
Seite 278 (sequence 14)
Language
German
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278 sucht und überfeinerter Geschmack haben ursprünglich den Menschen auf die Unterwerfung jener beiden Reiche angewiesen, sondern der Trieb der Selbsterhaltung. Dieser war es auch, der das Tier zur Pflauzeunahru'ng drängte, die Pflanze ans die Bodenernährung wies. Soll jedes Selbstzweck sein, dürfte nicht nur der höhere Organisnuis nicht gezwungen sein auf den niederen zurückzugreifen, dieser müßte sich auch mit Erfolg des Angriffs erwbhren können. Und umgekehrt ist auch der Schluß erlaubt: Ist der niedrigste Organismus nicht Selbstzweck, kann es, bei der gerechten Waltung in der Natur, jauch der höhere und höchste nicht sein. Selbstzweck irgend eines Geschaffenen annehmen, ist nach der Lehre des Materialismus ein Absurdum. Nach ihm kann es der Mensch eben so wenig sein, als der Wurm. Das entwickelteste Individuum ebenso wenig als die Zelle. Zu dem Versuche, einen Selbstzweck der drei Naturreiche anzunehmen gelangt man nur durch Oie Annahme, das; der Al auch jene. lbstzweck sei. Füllt diese, so füllt (Fortsetzung folgt.) Wonatsschau. Die Frage ob jeder einzelne Jude j berechtigt ist einen Beleidiger des Gesamt-Judentums auf Ehrenbeleidigung zu (lagen, ist jüngst von dem Gerichte in Berlin bejahend entschieden worden. — Aul 18. Oktober hielt Herr Geheimrat Professor Dr. M. Lazarns im Verein für jüdische Geschichte und Litteratur in Berlin einen Bortrag über „Was ist und zu welchem Ende studirt man jüdische Geschichte und Litteratur". — Man schreibt uns: Am 4. Oktober hielt in Worms Herr Lehrer Rothschild einen Vortrag über Ferdinand Freiligrath, der sich großen Besuches und Beifalls erfreute. — Man berichtet aus Crcfeld: Am 19. September sollte die sorgfältig vorbereitete Feier des füufundzwanzigjährigen Amtsjubilünms des Herrn Oberrabbiners Dr. Horowitz stattfinden, da, ein Blitz aus heiterem Himmel, wurde am 17. die Gemahlin des Jubilars von einem Schlagansalle betroffen, von dem sie sich nicht mehr erholen sollte, dem sie am 18., dem Vorabend des geplanten Festes, erlag. Auch der alte Vater des Jubilars starb am selben Tage. Wenn die Teilnahme im allesreichsten Maße gespendet ein Trost, im Leiden zu sein vermag, dann ist der tiejftraucrnden Familie wenigstens diese Linderung zu Teil geworden. — Der Rfiligious-Perein „Westend" in Berlin übergab vor den Festen , die neue Tyuagoge, Tauenzienstraße, ihrer'Bestimmung. Herr Prediger Dr. Stein hielt die Weiherede. — Am 2(>. September wurde die Synagoge in Znin eingcweiht. — Herr Pfarrer Naumann, ein Führer der Ehristlich'Svziale», hielt jüngst, als der Evangelische Arbeiterverein in Frankfurt

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