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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1894-11-01 · Heft 11 (1.11.1894) · p. Seite 259

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 11 (1.11.1894)
Date
1894-11-01
Page
Seite 259 (sequence 19)
Language
German
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259 „Die Heilbarkeit der Schwindsucht". Ein anderes Werk von Reimann, mit dem Titel „Ueber die Schädlichkeit der Eutanasischen Handlungsweise am Krankenbett", enthält Ratschläge sür den Arzt in Hinsicht auf seinen Verkehr mit unheilbaren Kranken. — Unter den Teilnehmern des Delegirtentages der Inhaber des eisernen Kreuzes, der jüngst in Karlsruhe stattfand, bemerkte man besonders Frl. Leui Meier aus Offenbach, die während des Feldzuges von 1870/71 als Krankenpflegerin wirkte und das eiserne Kreuz aus den eigenen Händen des Kaisers Wilhelm I. empfing. — Nach der letzten Volkszählung hatten 1155 jüdische Männer evangelische Fronen und 959 evangelische Männer jüdische Frauen; ferner waren 215 katholische Männer mit jüdischen Frauen und 210 jüdische Männer mit katholischen Frauen verheiratet. — „Die Versicherung der Huldigung und unverbrüchlichen Treue der israelitischen Kultusgemeinden nehme Ich dankend entgegen. In Meinem Herzen bildet der Unterschied der Religion Meinen Völkern gegenüber keine Scheidewand. Auf Nieine königliche Gnade und Meinen Schutz können daher auch Sie jederzeit rechnen!" Mit diesen herrlichen Worten.nahm Se. Majestät Kaiser Franz Josef von Oesterreich in Balassa-Gyaynat, wo er anläßlich der ungarischen Manöver verweilte, die Huldigung der Israeliten entgegen. Die Deputation der Bekenner des jüdischen Glaubens war unter Führung des Herrn Oberrabbiner Deutsch der Person des geliebten Herrschers ehrfirrchtsvoll genaht, um demselben die erneuerte Versicherung, der Hingebung und Treue zu geben. Sie wurden nicht mehr tvie bisher in der Reihe der Vereine, sondern bereits als Repräsentanten einer staatlich anerkannten Confession empfangen. Der Ausspruch des Kaisers trägt das Gepräge wahrhafter und echter Empfindung, einer Empfindung, welche auch in Lemberg gelegentlich der Eröffnung des israel. Waisenhauses in ergreifender Weise zutage trat. Die tiefreligiöse Natur des Monarchen äußert sich eben nicht nur in der treuen Anhänglichkeit an den eigenen Glauben, sondern auch in der Achtung vor dem Bekenntnisse Anderer. Aus Leitomischl schreibt man: Anläßlich der Anwesenheit Seiner Majestät des Kaisers in Landeskron war auch unser Rabbiirer Herr Dr. C. Koh» zur Audienz beschicdcn. Nachdem derselbe den üblichen Segensspruch hebräisch und deutsch gesprochen hatte, richtete der leutselige Monarch einige Fragen über persönliche und Gemeindevcrhältnisse an denselben und entließ ihn sodann huldvollst. — Aus Zlin in Mähren berichtet man: jAm 10. September war Fürsterzbischof Dr. Theodor Kohu aus Anlaß der goldenen Hochzeit seiner Eltern in seinem Geburtsorte Bresnitz bei Zlin. Unter anderen enipsing er auch eine Deputation der im Bethause zu Zlin vereinigten Judenschaft, welche aus dem patriarchalischen Greise Herrn Salomon L. Meisel, dessen Schwiegersohn Herrn S. Wassermann, den Herren Max und Ferdinand Schindler bestand. Letzterer hielt die Begrüßungsansprache, in welcher es hieß.,Weit inehr als ein Menschenalter leben die

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