Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 14 (1894)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1894)
- Date
- 1894-11-01
- Page
- Seite 258 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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258 bericht über das Jahr 1893 veröffentlicht. Sie zählte Ende 1893: 492 stimmberechtigte Mitglieder gegen. 505 im vorigen Berichtsjahre. In Anbetracht der Zeitströmnng erscheint es n»s des Hervorhebens würdig, daß zwar ein Mitglied wegen Verlnstes der Ehrenrechte gestrichen wurde, kein (eines im vorigen Berichtsjahre) Mitglied in Folge Austritts aus dem Judentum ausgeschieden ist. 22 Mitglieder hat die Gemeinde in Folge Wegzugs verloren. Die Religionsschule der Gemeinde wurde 1893 von . 247 Schülern, nämlich 132 Knaben und 115 Mädchen besucht. An dem von Herrn Dr. Winter abgehaltenen Fortbildungs-Religions- Unterricht haben 5 dem religionsschulpflichtigen Alter entwachsene Knaben teilgenommen. — In Tarnvwitz wurde eine neue Friedhofshalle durch Herrn Rabbiner Tr. Löwenthal eingeweiht. — Aus Anlaß des fünfzigjährigen Bestehens des Weltgetreidehauses Jakob Hirsch & Söhne in Mannheim ist von Herrn Dr. Josef Landgraf in Stuttgart eine Schrift erschienen: Der Getreide- Handel Mannheims in den letzten fünfzig Jahren und das Geschäftshaus Jakob Hirsch L. Söhne. —• Die israelitische Kultusgemeinde in Wiesbaden beging am 18. und 19. August das Fest des 25 jährigen Bestehens der neuen Synagoge, des auf dein Michelsberg gelegenen, von Hvffmann erbauten und seiner herrlichen Architektur wegen viel bewunderten Bauwerks. Die eindrucksvolle Festpredigt hielt Rabbiner Dr. M. Silberstein. - Am 2. Juli tagte in Marburg unter Vorsitz des Herrn Dr. Stein ans Cassel die sechste Jahresversammlung der israelitischen Lehrer-Conferenz Hessens. Herr Lehrer Amram hielt einen Bortrag über „die Vorbildung der israelitischen Lehrer". — Herr Dr. med. Fritz Straßmann, bisher Privatdczent für gerichtliche Medizin an der Universität in Berlin, ist zum außerordentlichen Professor ernannt worden. — In Berlin starb am 9. Septemder der bekannte Aegyptologe Heinrich Brngsch-Pascha, daselbst geboren am 18. Fcbr. 1827. Sein Hauptwerk ist: Steininschrift und Bibelwort, in welchem er die Wahrheit des Bibelwortes durch Inschriften nachweist. — In Hamm a. d. Sieg und in Oerlinghansen wurden Synagogen eingeweiht. — Unter dem Titel „Beritli Am“ giebt seit einiger Zeit Herr Dr. Gustav Dalman in Leipzig eine im jüdischen Jargon geschriebene Zeitung, welche der Judenbekehrung dienen soll, heraus. — Für die Israelitischen Umwohner des Zoologischen Gartens in Berlin ist in der Tauenzienstraße 9 eine Synagoge errichtet worden. — Am 19. August fand in Berlin die Einweihung der Synagoge des Vereins „Ahawas Scholaum“ durch de» Prediger Dr. Ackermann statt. — Am 16. September lvurde in Berlin der verstorbene Bäckermeister Meier Jacob, Offizier und Ehren-Major des uniforinirten Kriegerkorps ehemaliger Wüffengefährten, mit allen militärischen Ehren beerdigt. Herr Rabbiner Dr. Roseuzw^ig hielt eine ergreifende Grabrede. — Am 2. September starb in Berlin Herr Dr. med. Zacharias Reimann, 1803 zu Hannover geboren. In den dreißiger Jahren erschien von ihm eine Schrift über