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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1894-11-01 · Heft 11 (1.11.1894) · p. Seite 257

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 11 (1.11.1894)
Date
1894-11-01
Page
Seite 257 (sequence 17)
Language
German
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257 Wonatsschau. Der siebzigste Geburtstag des Herrn Professor Dr. Lazarus wurde am 15. September in Schönefeld bei Leipzig, wo derselbe während des Sommers lebt, in würdigster Weise gefeiert. Schon am frühen Morgen brachte der Gesang- Verein von Schönefeld dem Jubilar ein Ständchen. Die Reihe der Gratulanten eröffnete Herr Alexander Werthauer im Namen der jüdischen Gemeinde zu Leipzig. Sodann folgte Herr L. Hausdorff, der die Adresse des „Deutsch-Jsr. Gemeindebundes" überreichte. Hierauf verlas Herr Rabbiner Dr. Maybaum die Adresse der Universität Bern, die den Jubilar bekanntlich zum Ehrendoktor der Rechte ernannt hat. Derselbe übcrbrachte auch die Adresse der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums. Im Namen des Komitees, das sich zu dieser Feier gebildet und eine Lazarusstiftung für Zwecke der Wissenschaft des Judentums ins Leben gerufen hat, überreichte Herr Dr. G. Karpeles eine Adresse, der auch vom Verband der Vereine für jüdische Geschichte und Litteratur einen reichverzierten, mit hebräischen Inschriften geschmückten silbernen Pokal überbrachte. Die Glückwünsche der ehemaligen und gegenwärtigen Hörer der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums sprachen die Herren M. Barol und Jelski ebenfalls mit einer Adresse aus. Der Vorstaud und die Repräsentanten der Berliner Gemeinde sandten ein Gratulationsschreiben, in dem sie dem Jubilar mitteilten, daß die Gemeindebehörden ihnl ein jährliches Ehrengehalt anzubieten sich gestatten. Im Namen des deutschen Schriftsteller-Verbandes gratulirt Herr Dr. M. Brasch aus Leipzig. Den ganzen Tag über liefen hunderte von Briefen und Telegrammen aus allen Weltteilen, von Universitäten, gelehrten Gesellschaften, philosophischen und litterarischen Vereinen, jüdischen Gemeinden und Privaten ein. Auf alle Ansprachen erwiderte Herr Professor Lazarus in seiner bekannten sinnigen und geistvollen Weise mit allerlei Eriunerilngen aus seinem Leben. Am Abend veranstaltete der Verein für jüdische Geschichte und Litteratur in Leipzig ein schönes Fest in dei« prachtvollen Räumen des Hotels de. Cologne zu Ehren des Jubilars, das mit einem Prolog von Alphonsö Lewy eröffnet wurde. Hierauf folgte die Festrede, die Herr Dr. M. Brasch hielt und in der er die Stellung von Lazarus in der Philosophie uub seine Bedeutung für die Völkerpsychologie eingehend besprach. Von Sr. Majestät dem Kaiser wurde der Jubilar znm Geheimen Regierungsrat ernannt.— In München wurde Herr Tr. Werner, bisher in Danzig, einstimmig zum Rabbiner der israel. Kultusgemeinde erwählt. — Die nenkonstituirte Synagogengemeindc Barmen hat bereits zwei Grundstücke, das eine zu einem Friedhofe und das andere zum Ban eines Gotteshauses für Wk. 88000 angekaust. Herrn Dr. Koch aus dem Breslauer Seminar wurde die Stelle .als Prediger, Lehrer und Eantor übertragen. — Die Gemeinde Dresden hat ihren Verwaltungs-

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