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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1894-11-01 · Heft 11 (1.11.1894) · p. Seite 251

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 11 (1.11.1894)
Date
1894-11-01
Page
Seite 251 (sequence 11)
Language
German
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251 aber es wird, gedankt sei es unserem Gotte, aucb darin besser werden, wir haben noch Männer, die der neuen Richtung des Judentums sich nicht blos äußerlich und gedankenlos, sondern mit wahrem inneren nachahmenswertem Eifer zuwenden. Treten wir in ihren Bund, vereinen wir uns mit ihnen zum heiligen Werke, arbeiten wir an der Vertiefung unserer Wissenschaft, an der Verherrlichung unserer Lehre, jeder mit dem, was Gott hat in seine Hand gelegt und es wird dann innige Beseeligung in unser Herz einkehren, eine blühende Zukunft unserer Hände Werk sein, und wir werden llns freuen können vor Gott, feiern ein echtes und rechtes Simchat-Thora. Luther und die Juden. v Von Joseph Heilbronn. (Schluß.) Geradezu wie Ironie klingt es, wenn Luther sagt, die Fürsten ließen die Juden rauben und stehlen, was sie wollten, oder wenn er sich über die Ungerechtigkeit beklagt, mit der die Diebe im Gegensatz zu den Juden bestraft würden. „Wenn ein Dieb zehn Gulden stichlet, so muß er henken, raubet er auf der Straßen, so ist der Kopf verloren, aber ein Jüde, wenn er zehn Tonnen Goldes stichlet und raubet durch seinen Wucher, so ist lieber er denn Gott selbst und zu Wahrzeichen rühmen sie es getrost und stärken ihren Glauben und giftigen Groll wider uns, sprechen untereinander: „halt fest, siehe wie Gott mit uns ist und sein Volk auch im Elend nicht verläßt. Wir arbeiten nicht, haben gute, faule Tage, die verfluchten Gojims müssen für uns ärbeitcn, wir aber kriegen ihr Geld, damit sind wir ihre Herren, sie aber unsere Knechte. Halt fest, lieben Kinder Israel, es wird besser werden, unser Messia wird noch kommen, wenn wir so fortsahren und aller Heiden Hembdath durch Wucher und sonst auch an uns bracht haben. Wohlan, das leiden wir von ihnen unter unserem Schutz und Schirm, noch fluchen sie uns, wie gesagt." Die Krone aller seiner Auslassungen bildet jedoch die Blutbeschuldigung gegen die Juden. Kaum glaublich, aber wahr! Er, der vor ungefähr zwanzig Jahren mit Entrüstung die Anschuldigung zurückgewiesen hatte, die Juden brauchten Christenblut zu rituellen Zwecken, er stellte diese Behauptung, die an Wahnwitz seinesgleichen sucht, als Grundsatz auf. Wie wird sich wohl Rohling geärgert haben, als er diese Belegstelle gelesen hatte und sie dennoch nicht benutzen konnte (gesetzt, er hat sie auch gelesen), denn als guter Katholik, dem alle

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