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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1894-10-01 · Heft 10 (1.10.1894) · p. Seite 234

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 10 (1.10.1894)
Date
1894-10-01
Page
Seite 234 (sequence 18)
Language
German
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234 Urtagen seiner Entwicklungsgeschichte, und dachte sich voll Bangigkeit dein „Eisernen" zugetrieben, dem der Tod vorzuziehen sei. „Denn des Frevels Maß wird voll werden, und es entsteigen das Antlitz mit glänzendem Schleier verhüllt, zu den Unsterblichen die Scham und das Recht, die Menschen verlassend, und des Uebels und Jammers wird keine Abwehr sein."') Auch das Weib, welches. Zeus mit allen Sinnenreizen ausgestattet dein Manne zuführt, ist, der hellenischen Scbvpfuiigstheorie gemäß, nicht etwa zur theilnahmvollen „Gehilfin" erschaffen worden, sondern zum Verderben des frevelhaften Erdensohnes, weil nämlich der feuerstrahlende Prometheus den Gott der Götter Zeus durch ein Knochenopfer zu täuschen versuchte. (Hesiod. Theogon. 453 ff). Nicht die „Mutter alles Lebens" wird das Weib genannt, sondern Pandora, weil alle Götter sie beschenkten mit einer reichen Menge schöner Uebel, die dem Manne Schmach und Elend bereiten sollen. Wahrlich, aus dieser Vorstellungsart ist cs leicht erklärlich, weshalb im arischen Griechenstamme der klassischen Kunst und Wissenschaft der Familienbund zwischen Mann und Weib sich nie so innig und liebefest gestalten konnte, wie im semitischen Judenstamme. der mosaischen Religion. Dem Juden war eben schon in der Vorzeit und ist noch immer das Weib die gottgcschcnkte „Gehilfin", die gewcihcte „Mutter des Lebens", wie es in der Schöpfungsgeschichte seiner Thora bezeichnet wird; dem Griechen jedpch war das Weib nur die Pandora, die mit reizenden, aber verderbenbringenden Gvttcrgaben überhäufte Schöne, zu der ihn kein ideal-ethisches, sondern blvs ein ästhetisch-sinnliches Bedürfnis hinzog. Monats sch au. Am 10. August, dem 100. Geburtstage von Leopold Znuz, legte das Kuratorium der Zunz-Stiftung in Berlin einen Kranz auf sein Grab. Herr Sanitätsrat Tr. Neumaun hielt eine Ansprache. — Die neueil Preisaufgaben an der Universität Berlin, welche für das Studienjahr 1804 95 gestellt sind, lauten für die theologische Fakultät folgendermaßen. Für den königlichen Preis: „Recht und Schranken der Behauptung, daß als das betende Ich in den Psalmen nicht erst im gottesdienstlichen Gebrauch derselben, sondern schon nach der Absicht der Dichter die israelitische Gemeinde anzusehen sei, sind am exegetischen Thatbestandc darznthnn." Für den städischen Preis: „Tie Bedeutung Hosea's innerhalb der alttestamentlichen Propheten darzulegcn." — In der Zeitschrift „Nathanael" von Herrn Prof. D. H. L. Strack No. 7. l 894 befindet sich eine Biographie ‘ i Hesiod. a. a. (). utfrrjt. auch Muuk gfiech. Littcmtur-Gcschichte 1 3. ö7.

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