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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1894-10-01 · Heft 10 (1.10.1894) · p. Seite 231

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 10 (1.10.1894)
Date
1894-10-01
Page
Seite 231 (sequence 15)
Language
German
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231 seinem Judenhasse mehr privater Natur war. Bielleicht erging es ihtn ebenso wie Voltaire, der, von einem schurkischen Juden betrogen, seinen Haß auf die ganze Judenheit übertrug.') Die zwei Schriften, in denen Luther seinen Judenhaß offenbarte, sind 1. „Vom Scbem ^amphoras"-) ltub 2. „Bon den Inden und ihren Lügen." Da das erstere kleinere Werk zu wenig bekannt ist, so will ich mich dem 'letzteren größeren zuwenden. Tiefe Schrift ist leider in einem solch' gehässigen und vornrteilsvollen Tone geschrieben, daß man fast daran zweifeln muß zu glauben, Luther 'hahe sie verfaßt: Nur die Lage der damaligen Verhältnisse können den Fanatismus, mit dem er zu Werke geht, wenn auch nicht rechtfertigen, so doch wenigstens entschuldigen. Seiner Meinung nach sind die Inden das rach- und blutgierigste Volk auf Erden. „Kein blntdürstigers mtb rachgierigers Volk hat die Sonne je beschienen, als die sich dünken lassen, sie seien darnmb Gottes Volk, daß sie sollen und und müssen die Heiden morden und würgen. Und ist auch das furnehmste Stück, daß sie an ihren Messia gewarten, er solle die ganze Welt durch ihr Schwert ermorden und umbbringen, wie sie denn im Anfang an uns Christen in aller Welt wohl beweiseten und noch gern thäten, wo sie könnten, Habens auch oft versucht und darüber auf die Schnauzen weidlich geschlagen sind." „Sie haben solchen giftigen Haß wider die Gojim von Jugend ans eingesosfen von ihren Eltern und Rabbinen und saufen noch in sich ohn' Unterlaß, daß es ihnen durch Blut und Fleisch, durch Mark und Bein gangen, ganz und gar Natur und Leben worden ist. Und so wenig sie Fleisch und Blut, Mark und Bein können ändern, so wenig können sie solchen Stolz und Neid ändern, sie müssen so bleiben und verderben.11 Man sieht, Luther ist durchaus nicht wählerisch in seinen Worten, und die ganze robuste Derbheit seines Charakters tritt hier besonders hervor. Hat er hier die Juden der Rachgier beschuldigt, so geht er in seinen Ausführungen noch schroffer gegen das ihm so verhaßte Volk vor. Er macht ihnell geradezll den Vorwurf, es sei ihnen erlaubt Andersgläubige zu töten und sie zu bestehlen. So sehr hat ihn schon blinde Leidenschaft fortgerissen! „Schreiben doch ihre Talmud und Rabbinen, das Töten sei nicht Sünde, so ein Jude einen Heiden tötet, sondern so er einen Bruder in Israel tötet und so er einem Heiden den Eid nicht hält, ist nicht Sünde, indem Stehlen und *) Näheres siehe „Voltaire und die Juden." Vortrag von Dr. W. Ulemperer, Berlin 189-t. 2) d. h. „Vom Namen des Hochgepriesenen."

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