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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1894-10-01 · Heft 10 (1.10.1894) · p. Seite 228

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 10 (1.10.1894)
Date
1894-10-01
Page
Seite 228 (sequence 12)
Language
German
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228 berechtigt — in der auffälligen Erscheinung, daß die Schrift den Tieren keinen besonderen Zweck anweist. Die Lücke schließt sich aber beim Setzen ihrer Thätigkeit für den Menschen. Worin besteht nun dieser Zweck? Hier tritt uns vielleicht zum ersten Male die Anschauung entgegen, die man mit: „anthropologische Teleologie" bezeichnet. Sie besteht in dem einfachen Satze: Alles ist des Menschen wegen geschaffen. Die Bibel drückt das viel nachdrucksvoller, bestimmter aus. Sie setzt ihn zum Herrscher ein, vor allem über das Tierreich, was zweimal hervorgehoben wird. Erst als es zür Bestiinmung dessen kam, was zur Speise erlaubt sei, wird, und zwar in erster Reihe auch die Pflanzenwelt genannt. Hiermit sind nun Zwecke für die Tierwelt gesetzt. Der Mensch ist der Herrscher, vor allem, wie betont wird, der Tierwelt. Da dieser, in der Reihenfolge der Schöpfung — auch in der Bibel — die höchste Entwicklungsstufe bezeichnet, ist mit dem Rechte, das zur. Herrschaft über die Tierwelt gegeben ist, auch dies Machtrecht über die sonstige Schöpfung eingeräumt. Uebrigens sagt ja die Schrift ausdrücklich: Der Mensch beherrsche die Erde (v. 25) und er erfülle und bezwinge sie (v. 28). Mit dem Setzen einer Thätigkeit für die Menschen ist also auch der Zweck der Tierwelt gesetzt. Ihr, der ganzen Schöpfung Zweck ist, den Menschen zu dienen. i jortjciumg folgt.) Bon Ich Luther und die Juden. eph Heilbronn. „Ter Herr wird dich zerstreuen unter alle Völker, von einem Ende der Welt bis an das andere ilnd du wirst daselbst anderen (Göttern dienen, die du weder kennst noch deine Väter, von Holz und Steinen.1) Diese Prophezeiung, die den! Israeliten nur als Warnung dienen sollte, ist in Erfüllung, gegangen. Seit fast 2000 Jahren mußten die Juden ohne Rast und Ruhe von einein Ende der Welt bis zum andern wandern. Keine sichere Freistatt bot sich ihnen dar. Geächtet gleich Verbrechern fristeten sie ihr Dasein, und erst dem 19. Jahrhundert blieb es Vorbehalten, eine Schuld zu sühnen, die die Menschheit an den Juden begangen hatte. Natürlich kamen diese Humanitätsgedanken, aus schüchternen Versuchen die Juden zu unterstützen und ihre menschlichen Rechte zu verteidigen, und erhoben sich allmählich immer energischere Stimmen für die Verbesserung der Stellung der Juden, Und endlich ) 5. Müs. XXVIII, 64.

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