Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 14 (1894)
- Issue
- Heft 9 (1.9.1894)
- Date
- 1894-09-01
- Page
- Seite 199 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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199 Chief-Rabbi der portugiesischen Gemeinden in England. Erwähnenswert ist noch der vor Kurzem ins Leben gerufene nnd unter dem Patronate des Chief-Rabbi stehende Verein unter dem Namen „Jewish Ministers Union“, von dessen künftiger Thätigkeit nach verschiedenen Richtungen hin man sich an den eingeweihten Kreisen viel Nützliches verspricht. In füheren Jahren pflegte man auf dem Continente scherzweise auf England den bekannten Spruch anzuwenden: „Sie (die Lehre und die jüdische Wissenschaft) ist nicht jenseits des Meeres zu finden." Doch geht aus dem Bishergefagten hervor, daß diese scherzhafte Bemerkung ihre einstige scharfe Pointe kingebüßt hat. Das moderne englische Judentum hat zwar noch nicht den höchsten Punkt der Vollkommenheit erreicht, aber es ist kaum zu verkennen, daß es demselben rüstig, freudig und hoffnungsvoll langsam entgegenschreitet. Wrerler ordentlicher Gemeindetag des Derbandes der Synagogen Gemeinden Westfalens. Soest, 25. Juni 1894. Am gestrigen Tage fand in den Räumen des Schützenhofes dahier die vierte General-Versammlung des Verbandes der Synagogen-Gemeinden Westfalens statt. Die Verhandlungen, welche um 10 Uhr des Morgens von dem ersten Vorsitzenden Herrn M. Katzen stein-Bielefeld mit herzlichen Begrüßungsworten eröffnet wurden, berührten so bedeutsame Fragen des jüdischen Gemeindelebens, daß sie auch für weitere Kreise von hervorragenden« Interesse sein dürften. Namens der Gemeinde Soest begrüßte deren Lehrer und Prediger Herr Luc äs die Versammlung in überaus herzlicher Weise. Vertreten waren im ganzen 22 Verbands- Gemeinden mit annähernd 70 Delegirten, darunter die sämtlichen Großgemeinden Westfalens. Von Nichtverbandsgemeinden, deren Delegirte als Gäste den Verhandlungen beiwohnten, nennen wir Iserlohn und Barmen. Ueber die Thätigkeit des Verbandes während der drei ersten Jahre seines Bestehens — derselbe wurde im Jahre 1891 gegründet — lag ein gedruckter Rechenschaftsbericht vor, welcher bereits drei Wochen vor dem Verbandstage an alle jüdischen Gemeinden Westfalens in zahlreichen Exemplaren versandt worden war. Von den Verhandlungen des Tages heben wir als besonders interessant hervor die Erörterungen über den dritten Punkt der Tagesordnung: Antrag des Ausschusses auf Gründung eines Penfionfonds für Lehrer und Kultusbeamte bezw. deren Hinterbliebene. Herr Katzenstein-Bielefeld, welcher hierzu das Referat übernommen hatte» trat mit warmherziger Begeisterung für die Gründung einer Pensionskaffe