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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1894-08-01 · Heft 8 (1.8.1894) · p. Seite 177

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 8 (1.8.1894)
Date
1894-08-01
Page
Seite 177 (sequence 9)
Language
German
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177 ncuber Malach bleiben könnte- Nein meine Gute, Feuer und Wasser vertragen sich nicht. Der Ertrunkene hat vor Chibut Hakewer nichts zu fürchten." „Gott soll Dich so mit allem Gutem erfreuen, — rief Gitele die Augen gen Himmel gerichtet, aus — wie Du mich jetzt erfreut hast. Ein Stein, ein schwerer, drückender Stein ist mir vom Herzen gefallen." „Jndeß muß ich Dir sagen — fuhr Malkele lächelnd fort — ich will lieber Ehibut Hakewer erleiden, als im Ja mm den Tod finden, um von Chibut ßakewer verschont zu bleiben, denn das Jammwasser ist das reine Salzwasser, und Salziges ist für mich etwas Schreckliches. Erst kürzlich hat unser „Meschores"^) die Fische versalzen und dadurch unser ganzes Schabbes-Vergnügen verdorben. Aber ich habe es ihr nicht geschenkt; ich habe ihr 40 Kopeken vom Lohn abgezogen, damit sie sich in Zukunft besser vorsieht und — „Weißt Du — unterbrach sie Gitele — das salzige Jammwasser ängstigt midi nicht im Geringsten; denn ich brauche doch nicht den Mund offen zu halten, ul) schließe die Lippe» einfach fest aufeinander — und das Ende ist da. Doch tage mir, liebe Malkele, und Gott gebe Dir dafür seinen himmlischen Segen von oben, wie es bei Esau, der seine» Sohn Jsaac gesegnet hat. gesehrieben steht, sage mir warum ist das Jammwasser so sehr gesalzen?" „Gott sei mit Dir, Gitele, das weißt Du nicht? Das ist ja ganz einiach, weil der Jamm voll von Heringen ist." „Ach, Du bist wirklich klug und welterfahren — bestätigte Gitele — es ist rin „Taanugb)" mit Dir zu sprechen. Doch ich hätte noch eine Frage an Dich zu richten, aber was weiß ich, vielleicht ist es a Narrischkeit; aber eine Frage ist doch erlaubt. Ist es wahr, daß Amerika unter der Erde liegt?" „Unsinn, Gitele, purer Unsinn, das sagen unsere Goim, die Studenten, die Apikorsim; fromme Juden dürfen nicht einmal so was nachsprcchcn." ■ „Ja Du hast recht, teuere Malkele, nun aber muß ich gehen. Sei gesund! oiiui Wiedersehen!" „Auch Du sollst gesund sein — rief ihr Malkele nach, die sie bis an die Thüre begleitet hatte, — zum Wiedersehen zu Mincha in der Schul." III. Gitele war nach der Unterredung mit ihrer Freundin Malkele wie von einem Alpdrücke befreit, in ihre Wohnung zurückgekehrt. Hatte sie sich doch alle nötigen Informationen, die eine überseeische Reise voraussetzt, von ihrer Freundin geholt! Sie wußte jetzt auf das Bestimmteste, daß sie auch in Amerika nach »ach Herzenslust würde fasten können, daß auch drüben ein guter Ort sich befinde, daH ein Ertrunkener vor „Chibut hakewer" nicht zu fürchten brauche und, >vas die Hauptsache ist, daß Amerika nicht unter der Erde liege. Ihr Entschluß, ') Engel der Gruft. *, Eine falsche Bezeichnung für Dienstmädchen. *) Vergnügen.

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