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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1894-08-01 · Heft 8 (1.8.1894) · p. Seite 175

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 8 (1.8.1894)
Date
1894-08-01
Page
Seite 175 (sequence 7)
Language
German
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Beten, Wark-Banco und Rachmones, nebst Brocken von Aufklärung und CH illul.. . Was allein aus diesem Mabul unvergänglich auftaucht, das ist die Wissenschaft des Judentums, "denn sie lebt, auch wenn Jahrhunderte lang sich kein Firger fürste regte. Ich gestehe, daß, nächst der Ergebung in das Gericht Go»es/die Beschäftigung mit diestr Wissenschaft mein Trost und Halt ist. Auf mich.selbst sollen jene Stürme und Erfahrungen keinen Einfluß haben, der mich mit mir selber in Zwiespalt bringen könnte. Ich habe gethan, was ich zu thun für meine Pflicht hielt. Weil ich gesehen, daß ich in der Wüste predigte, habe ich aufgehört zu predigen, doch nicht um dem Inhalt meiner Worte treulos zu weiden. Nichts bleibt den Mitgliedern, ats treu sich selber in ihre» beschränkten Kreisen zu wirkeri nnd Gott das Weitere zn überlassen." Die vereitelte Auktion. . An einem trüben Aprilmorgen hielt in. einer engen Gasse der Stadt Frankfurt am Main, die „Amtschaise". So nannte der Volksmund den Wägen des. Gerichtsvollziehers, unter dessen Leitung jetzt zwei Dienstleute damit beschäftigt waren, aus der Dachwohnung eines der geringsten Häuser des Stadtviertels allerlei Möbel, Betten und sonstigen Hausrat aufzuladen. Dies alles wollten sie zum städtischen Auktionslokal verbringen und dort versteigern- Neugierig umstanden Kinder und Erwachsene Hrn Wagen und richteten ihre Blicke auf eine junge, blasse Frau. Mit stillem Gram sah sie, ein einjähriges-Kind auf dem Arm, dem Thun der Arbeiter zur Vier größere Kinder standen schluchzend neben ihr, und brachen jedesmal, wenn wieder ein Stück aufgeladen wurde, in läutes Weinen aus. j Diese Leute hatten offenbar einst bessere Tage gesehen. Das merkte man an dem Hausrat, und das erkannte man an. der Frau selbst und ihren Kindern. Sie war die Witwe eines Kausmanns. Dieser hatte durch den Bankerott eines Geschäftsfreundes, für welchen er sich verbürgt hatte, fast fein ganzes Vermögen verloren. Um den Verlust wieder einzubringenließ er sich in gewagte Unternehmungen ein und verlor Nnm mich den Rest seines Vermögens. Trostlos und hoffnungslos griff der UnglücklichePnd Feigling zur Pistole und ließ Weib pt^ Kind im tiefsten Elendem der Welt. Seine Gattin war mutiger als er. Freiwillig verkaufte sie alles Entbehrliche ans ihrer Haushaltung und befriedigte einzelne Gläubiger ihres Mannrs.^Dann bezog sie die ärmliche Dachwohnung, um sich und ihre Kinder durch fleißige'Arbeit, mit Nähen und Stricken durchzubringen. Aber noch hatte sie nicht den Kelch des Leidens bis auf die Hefe geleert. Ein entsetzliches Scharlachsteber warf ihre fünf Kinder nach einander aus das Krankenlager, und nur die aufopfernde Pflege der Mutter war im stände, sie am Leben zu erhalten- In», dessen kehrte Not und Mangel im armen Stüblein ein. Die kleinen Ersparniffe

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