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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1894-07-01 · Heft 7 (1.7.1894) · p. Seite 167

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 7 (1.7.1894)
Date
1894-07-01
Page
Seite 167 (sequence 23)
Language
German
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167 „Es wird mich „oßer')" betrüben, wenn Du ohne mich krank sein wirst" — „umiu'ltc Chaskel vor sich hin." „Was soll ich aber mit Dir Goi mich erst abärgern — setzte Gitele sich besinnend fort — ich gehe lieber zu Malkele hinüber, um von ihr zu hören, wie ihr 201)11, der in einem kleinen Städtchen unweit Amerika, ich glaube London heißt c*, seit vielen Jahren ansässig ist, sich aufführt. — Sie ist eine kluge gottesfürchtige Frau, und sie wird mir wie eine Schwester über alles Auskunft geben." „Gott sei Dank" — stieß Chaskel erleichtert aus, als sie die Thüre hinter sich geschlossen hatte, „habe ich doch endlich wieder ein Paar Stunden Ruhe von ihr!" n. Malkele war die Besitzerin des Hauses, in dem Chaskel und seine Frau zur Micthe wohnten. Sie war eine kleine korpulente Frau, aus deren vor Fettigkeit glänzendem Gesicht zwei kleine listige Augen sorgenlos in die Welt hineinblickten. Auch sic zählte zu den sogenannten frommen Frauen des Städtchens, die in der Weiberschut tägliche Gäste sind und in den Jrrgüngen des Paradieses und der Hölle mehr Bescheid wissen, als in der Welt, ii? der sie leben. „Boruch-habbe^) Gitele" rief sie der Eingetretenen entgegen, welche mit den Fingerspitzen die „Mesuse" berührte und sie alsdann andächtig an den Mund führte. „Wie geht's Dir denn mein' Neschome^j?" „Gelobt sei „Haschen: jisborach')" erwiderte Gitele," es geht. Doch was sagst Du dazu? Ich will ja zu unser»: Boruchleben nach Amerika fahren." „Warn»: sollst Du nicht wollen? Bei so einem brillanten. Kinde, wie Tein Sohn ist, wirst Du doch Deine alten Tage glücklich und sorgenfrei verleben. Tu kennst doch das Sprichwort: „Ter Apfel fällt nicht weit voiii^Banin," „wie die Mammen), so das Kind." „Was weiß ich?" versetzte Gitele betrübt. „Man sagt, daß man drüben nicht fromm sei. Du aber kennst doch mich und nicine Lebensgewohnheiten. Hier kann ich Montag und Donnerstag fasten, was allein mich erhält, und die ganze Freude meines Lebens ausmacht." „Auch drüben wirst Du nach Herzenslust fasten können. Wer sollte es Dir denn verbieten. „Was weiß ich? Hier kann ich an jedem Rüsttag eines Neumondes auf den „guten Ort" gehen und für die Lebenden zu den Todten beten; aber dort" — ') Identisch mit wirklich oder wahrhaftig nicht. Willkommen. 3j Seele. 4) Ter Gebenebette. 5) Mutter.

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