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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1894-07-01 · Heft 7 (1.7.1894) · p. Seite 157

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 7 (1.7.1894)
Date
1894-07-01
Page
Seite 157 (sequence 13)
Language
German
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tutcQtnifrficn Imperativen, die der entsagende Denker der Stndirftnbe construirt mit Unterbindung aller der Triebe, in denen menschliches Leben und Fühlen pulsirt, es in vielmehr die gewohnheitsmäßige Uebung der praktischen Gebote, mit denen die Religion sanft sie leitet nnd vor dem Straucheln bewahrt. Und diese Seite der :lu'ligimi hat Spinoza mit feinet* in Wahrheit „praktischen" Veriittiift auf des Menh!uii bestem Teile gegründet. Darum darf jeder Israelit, welches auch immer sei» Standpunkt sei, von -rviuoza offen und frei bekennen: „Er ist unser!" Als Anhang zum 1. Teil folgt hier eine kurze chronologische Zusamuienüelluug einiger Urteile über Spinozas Judentum. In seinen „I>i,-^ertatioi,eu" (hcrausgegeben von seinem Sohne, Halle 1693) iioirut Iac. Thomasius, dem Lcibniz als Autor des Tmet. theol.-pol. den „Judums ob opiniomuu monstva" angezeigt hatte, Spinoza (1670) einen Aixinilram» Itlaspheimm,” wie auch unter einem Bilde Spinozas sich die Untcrnlnift fand: „parentc et ])i*otessionc .Indiens.“ 1707 findet Neimmaun, Versuch einer Einleitung in die Historie der Theologie, S. 637, „die Ucbereinstimmung seines Systematis mit dem kabbalistischen augenscheinlich." Dieses und alle ivigenden Urteile über Spinozas Kabbalismus gehe» auf Wächter zurück, der diese 7l,esc zuerst 1699 in seinem „Spinozismus im Jndeiitumb" verteidigt, im „Klucilarius cabbalistieus,' 20 kabbalistischen Lehren in Spinoza hineingelesen und schließlich 1724 in „Die mit ihr selbst streitende Harmonie" S. 26 als bekannt voraussetzt, lap „Spinoza in der Einrichtung seiner Philosophie vieles von den Hebräern gcnvnimcn," ivvgegcn schon früh Spectb, SyrbinS u. a. und in neuerer Zeit Joel (Spiii.s Uuol. pol. Trakt. XI) n. a. auftraten. Die Diskussion über unsere Frage kam von neuem mi Fluß, als Herder in seinem „Gott" 1767 Spinoza in ganz neuem Lichte zeigte. Auch nach ihm ging der „Jude" (.2 107) Spinoza „vom hg. Namen seiner Väter aus «S. 223). 1791 brachte die Deutsche Monatsschrift, zum Teil mit Bezug auf unseren Gegenstand „Kabbalistische Fragmente," von Ben David mit einem Vviberichtc und Anmerkungen begleitet, die jedoch nicht schwer ins Gewicht fallen, reiineuiann sah 1617 (Gcsch. der Philos. X 374) in Spinoza einen Inden, der aber seine Nationalität' ücckugiic, nachdem etwa ein Jahrzehnt vorher Hegel in 'einen „Vorlesungen über die Gesch. der Philvs." (hcrausg. von Michelet 1835. Ad. III S. 368) Spiii.s Monismus gegenüber dem cartesianischeu Dualismus ausdrücklich ans seiner jüdischen Abstainmnng hergeleitet hatte. Für „ohne Zweifel auch durch die Kabbala belehrt" hält Spinoza ferner Schlüter in seiner „Lehre des Spinoza" ls'>0 und ähnlich 1846 Helfferich („Spinoza und Leibniz" S. 18). Thomas, einer der vriginellsten Ausleger Spinozas, urteilt 1840 t „Spinoza als Metaphysiker"): „«Spinoza >var von Geburt ein Jude, die ganze Grundlage seiner Erziehung basirte sich auf die Gebräuche und Gedanken dieses Volkes, welches fast bis in die Gegenwart einen

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