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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1894-07-01 · Heft 7 (1.7.1894) · p. Seite 148

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 7 (1.7.1894)
Date
1894-07-01
Page
Seite 148 (sequence 4)
Language
German
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— 14* — | L» teer : ir::: i::ii Moses.Mendelssohn dir Spinozafrage in emj NE Lmrinm rin. Mendelssohn zollt dem Charakter des großen Philosophen rilSaldou Bewunderung. zcjgl aber, ebenso wie in der Auffassung des kantischen Krftiä-mn-. in ''einer Beuneihung und Umbildung des Spinozismus eine durch seinen vLrlos-vbnLra Standpunkt beschrankte Aufiassung und steht seinem Gegner Jacob, fc-itis eunchicven nach. Im Uebrigcn ivar er, jedenfalls angesichts der Verbreitung. '.reiche der Spinozismus in Berlin gefunden und der Irrtümer. die er verursacht Hane, in seinem Urteile über Edelmann ungerecht. Auch sah er es sehr ungern, wenn z. B. Maimon über Spinoza, dessen Schriften Mendelssohn ihm sehr wahrscheinlich selbst geliehen hatte, mit Leuten sprach, die ihn nicht verstanden. Sal. Maimon selbst scheint sich den, Amsterdamer Jude» geistesverwandt gefühlt zu Haben; er vergleicht bei den Mißhclligkeitcn, denen er seitens der Amsterdamer Judenschast sich aiiegeseht sicht, sein Schicksal mit dem seines großen Glaubensgenossen, und fast heiter wirkt; cs, wenn sein Biograph S. I. Wolfs «Maimoniana Berlin 1*1.4 S. 154, >58, 178, 215, 255) oft bei völlig geringfügigen Anlässen sich eine, nicht gerade streng mathematische, Parallele zwischen seinem Helden und Spinoza nicht entgehen läßt. Hcrvorznhebc» ist aber, daß Maimon in seiner „Lebcnsgcschichtc" zum ersten Male das System Spinoza? statt eines atheistischen ei» akosmisches genannt ivisscn will, worin ihm Hegel und mit diesem seine Schüler und Anhänger, z. B. Heine, gefolgt sind. Auch sonst sprechen einzelne Stimmen aus Mendelssohns Zircise mit Bewnndernng von Spinoza so seine Tochter Pahel und Sanl Ashcr (in Leviathan 17!)2.) iS. 1*1 f. Ich wünschte cs zu erleben, daß,! so wie die kritische Philosophie diesen großen , Geist von dem Zuname» eines Atheisten befreien kan», die kritische Theologie ihn dem eines Ziehers entreißen mochte''!. Im Jahre 1790 lieferte Bl. Philipso» in seinem „Leben B. von Spinoza" (Bea»nschwcig> die erste Biographie Spinozas von jüdischer Hand, welche wegen her apologetischen Wärme, mit welcher da? Charakterbild des Philosophen gezeichnet ist, Beachtung verdient. Am 24. Nov. 1842 waren zwei Jahrhunderte seit Spinozas Geburt verstrichen; nirgends wurde der Bedeutung des Tages vssentlich gedacht. Nur ein zwanzigjähriger Jüngling schfe voller Begeisterung für Spinoza seinem großen Volksgenossen ei» bescheidenes j Denkmal in einer Skizze, betitelt „Barnch Spinoza" lin Snlamith, heransgegeben von Tr. D. Fränkel, Dessau, 7. Jahrgang, 11. Hcst S. 427 fg.) Dies begeistert« Lob Spinozas war bald, und meist n„gehört, verklungen, bis Ludwig Philippshn (nicht mit obigem Bl. PH. verwandt) diese seine Jugendarbeit, den Manen Mendelssohns gewidmet, in dem Jahrbuch sür die Geschichte der Inden (Bd. 2 Leipzig 1 Hol» wieder abdrnekte. Doch nicht völlig war jene erste Veröffentlichung nybeachtet geblieben. Ein anderer Verehrer Spinozas hatte sie im „Planet" sehr günstig rcccnsirt. Eben derselbe, Tr. B. Beer, nahm zwanzig Jahre später «in seiner deutschen Uebersehnng von S. Mnnks Skizze der

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