Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1894-07-01 · Heft 7 (1.7.1894) · p. Seite 147

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 7 (1.7.1894)
Date
1894-07-01
Page
Seite 147 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
84% known words query
IRI
…/2969669-2969961-2969969--4197-2977298
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

147 oder weltlicher gesprochen, in de» für Israel gefährlichsten Angenhlicken hat die Weltgeschichte stets eine unerwartete Wendung genoiiiineii und es war gerettet. Aber niemals hat es sich allein gerettet und befreit. Also möge!» wir immerhin alnvehren, aber rergessen wir dSrmn die Ans gaben des inneren IortsthritteS nicht, sintemalen dieser vielleicht die beste Ab ivehr ist. Spinoza — Jude? von Tr. Phil. M. Gr ..... ld in Breslau. -Schlup. Bis dahin hatten sich Spinozas Glaubensbrüder geteilt über if)it geäußert. Ter erste Jude, welcher nach Spinozas Ausschließung ans dem Judentume, über ihn öffentlich urteilte, war der seines Glaubens wegen viel geprüfte Amsterdamer Arzt Balthasar (Isak) Orobio de Castro, der Spinoza auch aus persönlichem Verkehr kannte. In einer litterarischen Fehde mit einem Gegner Spinozas lBredenborg) schrieb er eine Schrist Certamen philosophieum propngnata* veritatis divinae ac naturalis adversns Job. Bredenburg; principin in tim* annexa. ex <piibus <piod religio rationi repngnat. demonstrare nititur. <^iu> in atlieismi Spinosae baratbro inimorsus jaeet. t^nod religio nil rationi n‘pugnans rredendum pro])onit evidenter ostenditur, Amsterdam 1703. Diese erhielt dadurch einige Bedeutung, daß die christlichen Eiserer damit beweisen konnten, daß die Juden nicht bloß äußerlich mit Spinoza nichts zu thun haben wollten, sondern ihn auch, litterarisch bekämpften. Von diesem Motive hat sich auch, wie er selbst gesteht, der fromme Fenelon leiten lassen, als er in seiner Kefutation 1731 diese Schrift eines sonst christenfeindlichen Juden neben denen dreier Katholiken gegen Spinoza ins Feld führte, von denen der eine iBonlainvilliers),.als geheimer Anhänger Spinozas unter gegnerischer Maske einen noch zweifelhafteren Bundesgenossen abgab. Als nächster käme hier in Betracht ein getaufter Jude, namens Using, welchen man, sowie vielen anderen Juden, von gegnerischer Seite vorwarf, die Schriften des Spinozisten Edelmann verbreitet zu haben. Er schrieb im Geiste Edelmanns 1744 eine „In der Natur wohlgegründete und allen vernünftigen Menschen wohlbegreifliche Antworten u.s. w." Dagegen produzirte ein anderer getaufter Jude, der nach seinem Uebertritte zum Ehristentume eine Acciseeinnehmerstelle in Berlin erhalten hatte, Ehristian Jmman. Reinwolle 1747 eine „Vernünftige und gründliche Widerlegung der ärgerlichen Schriften des berüchtigten Edelmanns," welche großen Absatz fand und bald eine neue Auflage erlebte, aber selbst nach dem Urteile seiner Gesinnungsgenossen nichts Besonderes bot, sondern nur einen „löblichen Eifer" bekundete.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.