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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1894-06-01 · Heft 6 (1.6.1894) · p. Seite 141

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 6 (1.6.1894)
Date
1894-06-01
Page
Seite 141 (sequence 21)
Language
German
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J41 viertel, brennend, mordend und raubend. Erst durch Aufgebot kaiserlicher Macht kann der Aufstand gedämpft werden. Im Angesicht der brennenden Synagoge vereinigten sich der Rabbi, der Erzbischof und der Vertreter des Kaiser Max zu einem Bunde, aus dem eine neue Zeit, in der Wahrheit, Recht und Menschlichkeit erstehen wird, hervorgehen soll. Ter Dichter ist nicht bekannt; die verschiedensten Namen werden genannt, am meisten Hofschauspieler Weiser in Weimar. Das Publikum wollte nach dem Schlüsse den Zuschanerraum durchaus nicht verlassen, ohne dem Autor seine Huldigung dargcbracht zu haben. Immer und immer »nieder mußte der Vorhang in die Hohe gehe», aber vergebens; die Bühne blieb leer- Der Aufführung wohnten das herzogliche und das erbprinzliche Paar bei; namentlich auch der Erbprinz spendete den Stellen, in denen die rein menschlichen Empfindungeil zum Durchbruch kommen, lebhaften Beifall. — Am 22. März starb in Baden-Baden der Pianist und Komponist Herr Jaqncs Roseuhain. Er wurde am 2. Dezember 1813 in Mannheim geboren, bildete sich unter Jakob Schmitt und Schnyder von Wartensce z»m Musiker ans und hat seiner Zeit als Pianist wie als Koniponist zahlreicher Werke: Sonaten, Streichquartette, Sinfonie», Kantaten mib Opern (der Besuch in Bedlam, Liswenua, der Dämon der Nacht) Anerkeniiniig gefunden. — Am 9. März fand das Leichenbegängnis des am 6. nach langem, schwerem Leiden verschiedenen Kantors Barr in Gothcnburg statt. Sechsunddreißig Jahre lang hatte der Verstorbene segensreich in der Gemeinde Gothenburg gewirkt. Gewissenhaftigkeit und Pflichttreue sind die hervorragenden guten Eigenschaften, die dem Verblichenen nachgerühmt werden müssen. Aber nicht nur in und für seine Gemeinde hat Herr Baer gelebt und gewirkt. Aus Liebe zu seinem Berufe und geleitet von der Einsicht, daß die jungen Kantoren oft ratlos dastehcn den mannigfachen Verfchiedeuheiten des jüdisch-liturgischen Gesanges sowohl, als auch anderen den Kantoren obliegenden Pflichten gegenüben unterzog sich Herr Baer der Mühe, sowohl die altjüdischen, polnischen als auch die neueren Weisen zu sainmeln, und die Früchte seiner langjährigen Thätigkeit der jungen Cantorenwelt in seinem Werke „Ter praktische Vorbeter" zu unterbreiten. Sein Name wird daher noch lange genannt werden. — Ten ersten Preis der Kunstakademie in München erhielt der Bildhauer Henrik Glückenstcin ans Turck für eine Marmorstatue. Dieser junge Mann soll auch ein lüchtiger Talinudist sein. — Die erste Aufführung der geistlichen Oper „Moses" von Anton Rnbinstein hat im Stadttheater zu Riga stattgefunden und vereinigte das ganze musikalische Riga. Ter Zuschauerraum war von unten bis oben bis ans den letzten Platz gefüllt, auf der Bühne, die ihre ganze Tiefe hatte hcrgcben müssen, eine unabsehbare Schaar von Sängerinnen und Sängern, im Hintergrund das nach Möglichkeit verstärkte Orchester, an der Rampe vier Flügel und ein Harmonium — wenn man diesen riesigen Apparat erblickte und sich die Schwierigkeiten des vorznführeuden Werkes vergegenwärtigte, wurde man sich klar da-

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