Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1894-06-01 · Heft 6 (1.6.1894) · p. Seite 140

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 6 (1.6.1894)
Date
1894-06-01
Page
Seite 140 (sequence 20)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2969669-2969961-2969968--4189-2977289
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

140 den Abend zu einer btdenlsamcn .stnndgcbnng gegen den Antisemitismus. Zur Vorlesung gelanglc» ei» Telegramm des Herrn Hosrats Pros. Nothnagel und ein iuiBciü inlecesiantes Sdjtcil’cit des Herrn Pros, und Aonsistorialrates Dr. Schöps ans Salzburg. — Tie israelitische Neligionsgcmcinde in Bn-apest hat für das Jahr 1*01 ti» Budget von 517,000 sl. v. W. vorgesehen, die sich zu je einem Triüeil ans Unterrichts - Wvhlihätigkcits- und Cultnszwecke verteilen. — Der in den Nummern 40 und 50 des vorigen Jahrganges der „Neuzeit" in Wien erichienene Artikel des Herrn Dr. Jacob Tauber, Rabbiner in Prerau, „Abraham nnd die Antisemiten" ist als Separatabdruck erschienen und vom Autor wie von der Redaetion zu beziehen, l Preis 15 kr.) Ter Herr Verfasser sührt in seinem Aussatz durch Tarlegnng der Tugenden des Stammcsvaters Abraham den Beweis, das; die Inden vermöge der erhabenen Borbildcr ihrer Ahnen, wenn sie ihnen »achstreben, befähigt sind, sich durch moralische Vorzüge anszuzeichiieit. — Der kürzlich verstorbene Graf von Schack äußerte sich im Jahre 1884 über den Antisemitismus: „Ich mißbillige die heute vielfach sn Szene gesetzte Agitation gegen das Semitentnm durchaus und finde sie im schreienden Widerspruche mit dem Geist der, Humanität, ivclrhen zu verbreiten das Streben aller großen Geister unseres Volkes war. — Ten Dichter, der in seinen „Nächten des Orients" eine mittelalterliche Judcnvcrsplgnng in ergreifender Weise schildert, verband die innigste Freundschaft mit Felix Mendelssohn Bartholdi). Theater, Musik und bildende Kunst. - Im Rainiund-Theater in Wien wurde jüngst ein efsectvolles Lebensbild „Wildlinge" anfgesül.rt und machte den tiefsten Eindruck. Der Autor, Med. - Dr. M. Brec, von früher her als dramatischer Schriftsteller vorteilhaft bekannt, ist aus Proßnitz in Mähren gebürtig und Sohn eines vor vielen Jahren verstorbenen Lehrers daselbst. Vergaui's „Deutsches Pvlksblatt", das an keinem Juden ein gutes Haar läßt, lobt das Stück nnd den Autor über alle Maßen und dürfte mit Schrecke» ersahren, das; letzterer Jude ist. — Im Hofthcater zu Meiningen gelangte am 4. März mit großem Beifall ein Schauspiel „Rabbi David" zur erstmaligen Aufführung. Im engen Anschluß an Heine's „Rabbi von Bachrach" tvird das Märchen vom „Ritualmord" in seiner Wirkung auf die am Ende des 1:>. Jahrhundert durch blinden Judenhaß auf's Äußerste erregten Volksleidenschaften geschildert. Der Rabbi wird nebst seiner Tochter Lea vor Gericht nach Frankfurt geführt, angeschuldigt eines Ritualmords, aber freigesprochen; in der folgenden Nacht dringen Raubgesindel, Flagellanten und Landstreicher in's Juden-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.