Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 14 (1894)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1894)
- Date
- 1894-06-01
- Page
- Seite 139 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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aufgelösten czechisch-jüdischen Vereins treten zu sollen. — Man schreibt uns: Ueber das Verhältnis des sei. Oberabbiners Dr. Jelliuek zur Ungarisch-Broder Gemeinde ist im Aprilhest der gesch. Döonatsblätter eine kleine Erörterung vorhanden, welche ich hiermit mir zu ergänzen erlaube. Der sel. Rabbiner, später Ober-Rabbiner Moises Nascher hatte in Ungarisch-Brod (1814-1853) hat sich in hohem Maaße um den öffentlichen Unterricht rn der Schule verdient gemacht, so daß dein Verklärten, der im philosophisch-pädagogischen Fache staatlich approbirt war, ein regelmäßiger Gehaltszuschuß aus dem Staatslandesfond znerkannt worden war- Außerdem sind die Kanzelreden sowohl als auch die Vorträge über „Herzenspflichten" und Raschi, welche der sel. Oberrabbiner Nascher in Ungarisch-Brod gehalten hatte, von solcher Bedeutung gewesen, daß der sel. Dr. Jelliuek mit der höchsten Anerkennung in dem von demselben herausgegebenen Leipziger Fachblatte sich über die homiletisch-exegetischen Leistungen des sel. Rabbiners Nnschor ausgesprochen hatte, welcher dann nach Baja zum Oberrabbiner berufen wurde. Der Rabbiner Herr Dr. Zuckermandl, Herausgeber der Tosephta ist neben anderen Rabbinern aus der Rabbinats-Schule (Jcschibah) des sel.. Oberabbiners Naschör hervorgegangen, der in Baja auch am Gymnasium als Religions-Professor thätig war. Seiner geistigen und geistlichen Thätigkeit ist es zu danken, daß aus der Bajaer Gemeinde und den Bajaer Lehranstalten drei Theologen hervorgegangen sind, die in hervorragenden Gemeinden Stellungen erlangten: Der jüngst verstorbene sel. Rabbiner Dr. Perles (München), der Rabbiner Dr. Kohn (Budapest), der Oberrabbiner Prof. Tr. S. Nascher in Berlin (1866-1882), in Wien (1882—1885), Sohn dcs sel. Oberrabiners Moises Nascher, dessen Biographie versaßt, von dem genannten Sohne desselben in Berlin 1879 (Friedrich Stahn) erschienen ist. — In glänzend stylisirten mitunter humorvollen hebräischen Briefen hatte der sel. Dr. Jelliuek seine Liebe und Verehrung für den sel. Rabbiner Moises Nascher ansgedrückt, der mit dem sel- Seminardirektor Dr. Zacharias Fraenkel und dem sel. Oberabbiner Leopold Lölv (Szegedin) in umiger freundschaftlicher Beziehung stand, und als hervorragender Schüler des sel. Oberlandesrabbiners R. Markus Benedikt für den Nachfolger des sel. N Neheynas Trebitsch zum mährischen Oberlandesrabbiner im jugendlichen Alter ansersehen war. — Aus Baja wird uns geschrieben: Herr Rentier Jakob Rothfeld, der seinen Wohlthntigkeitssiun damit bekundet hatte, daß er die hiesige Haupt-Synagoge künstlerisch malen ließ, hat die goldene Hochzeit im Verein mit seiner edelgesinnten Gemahlin im Kreise von Verwandten dadurch gefeiert, daß er tausend Gulden den Wohlthätigkeits'Anstalten der Bajaer Gemeinde und des israel. Frauenvereins gewidmet hat. Dieses edle Beispiel verdient Nachahmung. — Am 8. April veranstaltete der Verein zur Abwehr des Antisemitismus in Wien einen geselligen Abend, an dem auch Damen Teil nahmen. Der Präsident des Vereins Herr Baron Suttner begrüßte die Versammlung. Es sprachen ferner Herr Tuperientendent Haase. Reichsratsabgeordneter Kronawetter, und Prof.' Sueß, und gestalteten dadurch