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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1894-06-01 · Heft 6 (1.6.1894) · p. Seite 136

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 6 (1.6.1894)
Date
1894-06-01
Page
Seite 136 (sequence 16)
Language
German
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den entsprechend hohen Grad von Versöhnlichkeit und Friedensliebe einerseits, von Bildungs- und Wissenschaftsfrenndlichkeit anderseits voraus, Und nicht niit Unrecht. Gleichwohl tuirb es kein Eingeweihter unbegreiflich finden, daß er die Stelle — nicht ohne schweren Kampf — zuletzt doch ablehnte. Hub so verblieb er baut auf seinem alten Posten — sich vvn dem Schauplatz des öffentlichen Lebens der Eonfession, in Folge der ihn mit steigendem Unwillen erfüllende Wandlung, welche die Tinge von da ab, besonders im eigenen (orthodoxen) Lager, nahmen, immer mehr abwendend, und.'sich aus die Vollendung dessen, was er selbst doch stets für seine eigene Lebensaufgabe hielt, nämlich: Thorn-wa-awoda zurückziehend. Sein Grabstein, so wünschte er selbst, sollte jedoch nur von beut Eine n reden, nämlich von der Thora, und auch dies nur in einem kurzen Teile, mit Bezug auf Josua 1,8. — Vor ungefähr drei Jahren begann der bis dahin wunderbar kräftige, blühend schöne, vor Allem aber ungemein geistesfrische und so noch immer t»ou einem Häuflein von Jüngern umgebene, damals 79 jährige Greis, in Folge eines leichten Schlaganfalles, zu kränkeln, und am 23. Sept. 1803 (in der Nacht auf den 1. Tag des Laubhüttenfestes), gab er, nach kurzeut eigentlichen Krankenlager, seinen Geist auf. Die Bestattung ging noch am Vormittag des zweiten Feiertages in der von ihiw selbst letztwillig gewünschten einfachen, aber durch die namenlose Bestürzung und Trauer der Seimgen, sowie der Gemeinde mitsammt der aus der Umgebung herbeigeströmten Menge sich höchst ergreifend gestaltenden Weise (von der Synagoge aus) vor sich. In ihm ist, so viel darf Verfasser dieser Zeilen, trotz des nahen verwandt schaftlichen Verhältnisses, das ihn mit dem Vollendeten verknüpfte, zum Schlüsse wohl noch hinzusügen, eine der hervorragenden Gestalten der Geschichte der Juden in Ungarn ans der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts, speciell einer der gelehrtesten und erleuchtetsten Vertreter des hierländischen Altrabbinismns — inwieweit von einem solchen noch geredet werden kaint — wie überhaupt eine in ihrer Art bedeutende Persönlichkeit dahingegangen. Segen seinem Andenken! Temesv.7 r. Dr. M. Löwy. Monats sch au. Geheimrat von Zicmssen in München eröffnete die tnedicinische Klinik mit einem allgemeinen Vortrag, in dessen Verlauf er über die Stellung der Aerzte bei den Inden sprach. Er führte inhaltlich Stellen aus dem Talmud an, welche beweisen, daß die Juden den Aerzten stets mit der größten Achtung gegenübertratett. „Eine solche", so führte Redner ans, „genießen die Aerzte auch jetzt noch

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