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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1894-06-01 · Heft 6 (1.6.1894) · p. Seite 137

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 6 (1.6.1894)
Date
1894-06-01
Page
Seite 137 (sequence 17)
Language
German
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fu’i den Juden, "denn sie schenken dem Arzt das größte Vertrauen; die Honorirung ist durchaus angemessen. Dieses Verhalten dem Arzte gegenüber hat seine Ursache in dem überaus innigen Zusammenleben des Familie. Wenn ein Familienmitglied erkrankt, sind die andern in höchster Besorgnis. Man wendet sich sofort an den Arzt, hält sich mit ängstlicher Genauigkeit an alle seine Anordnungen, um nur ja nicht den erkrankten Liebling irgend welcher Gefahr durch Vernachlässigung auszusetzen. Ist der Kranke genesen, dann beweist die Familie dem Arzt die größte Dankbarkeit. Das Familienleben der Indes, ist geradezu classisch, eine solche Anhänglichkeit der Eltern an die Kinder und umgekehrt findet man gar nicht bei den Ehristen. Diese guten Seiten der Juden werben jetzt bei den antisemitischen Tiraden ganz übersehen. Ter Antisemitismus ist eine geistige Epidemie und wird mit der Zeit wieder verschwinden, wenigstens wird der Kampf der Antisemiten, der eigentlich gegen das jüdische Capital gerichtet ist, in der Form, wie er jetzt geführt wir d, anfhörcn, und es werden Juden und Junker zugleich bekämpft werden, wie es jetzt schon in Ostpreußen der Fall ist." — In Bereut gab cs am 5. April heftige Aufregungen in der Bevölkerung durch Verbreitung eines Gerüchtes ein Christenmädchen wäre für rituelle Zivecke geschlachtet worden. Glücklicherweise kam das vermißte Kind noch rechtzeitig nach Hanse ehe es zu Ausschreitungen kam. Es ist beschämend, daß man so etwas noch aus Deutschland verzeichnen muß. -- Die „Allgemeine Zeitung des Judentums" klagt, daß die Inden Stiftungen für alle körperlichen Leiden, gar keine oder doch nur sehr wenige für ihre geistige Not besitzen. Sie klagt ferner daß unser geistiges Leben krank an Haupt und Gliedern ist. Eine Wahrheit die nicht genug beherzigt zu werden verdient. — In Hannover rvurde Herr Rabbiner Dr. Knoller aus Breslau zum Nachfolger Kroners als Seiuiuar-Director gewählt. — Am 20. April starb in Berlin Herr Pros. Dr. Wilhelm Löwcnthal geb. in Rybnik 1850 von jüdischen Eltern. Er war früher im Aufträge des Herrn Baron Hirsch in Argentinien. — Am 6. Mai starb in Frankfurt a. M. der pensionierte Reallehrer Herr Adolf Teblec der Präsident der „Achawa," Vorsitzender und Mitglied vieler humanitärer Vereine, in welchen er eine gesegnete Thätigkeit entfaltete. — Im 70. Lebensjahre ist am 20 April in Berlin Herr Louis Licbcrmanu gestorben. Derselbe gehörte viele Jahre der Repräsentanz der Gemeinde an und nahm an allen, das Judentum betreffendeil An- . gelegenheiten warmen Anteil. — Nach längerem Leiden verschied am 25. April in Hannover im 65. Jahre die verw. Frau Landrabbiucr Dr. Mayer, geb. Sieskind. — An, 12. April hielt Herr Landesrabbincr Dr. Fcilchcufeld aus Schwerin in Rostock vor einer großen, den Saal füllenden Zuhörerschaft einen Vortrag über „Die Bibel in Wort und Lied." Tie Versammlnng bestand größtenteils aus den vornehmsten Christen der Stadt. — Der Arabien-Reisende Herr Dr. Eduard Glaser, welcher am 16. März von seiner vierten Forschungsreise znrückgekehrt ist, hielt am >7. April in der Festsitznng der Geographischen

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