Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 14 (1894)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1894)
- Date
- 1894-06-01
- Page
- Seite 134 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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— 134 — rühmte Rabbiner von Eisenstadt (und Bonyhäd)ä), an dem er, der Sohn, Zeit seines Lebens mit mehr als kindlicher, säst schwärmerischer Verehrung hing, den er sich, wie er gar oft Mricth, nahezu in Allem, im Lernen und im Lehren sowohl wie im Leben, bleibend zum Vorbild genommen hatte, und in dem er selbst auch fast seinen einzigen Lehrer erblickte. Von ihm wurde er frühzeitig, außer in das Studium' des Talmuds und der Decisorcn, auch schon in das.der Hauptwerke der mittelalterlich-jüdischen Religivnsphilosophie eingeführt, und unterließ er es dann in der Folge auch nicht, von diesem letzteren Studium, besonders in seinen Predigten (Daraschoth) den rechten Gebrauch zu machen, eine» weit intensiveren, vor Allem aber iveit rationelleren, sozusagen moderneren Gebrauch, als bei Zeiten die Mehrzahl seiner Zunft-Genossen noch heute davon zu machen versteht, oder gewillt ist. Nicht minder vorteilhaft, um auch dieses schon hier vorwegzunehmen, unterschied er sich von Jenen auch durch ein anhaltendes Bibelstudium, auch nach der formalen, sprachlichen Seite hin, sowie durch eine große Vorliebe für einen reineren hebräischen Styl, wie er denn auch selber einen solche» gelegentlich mit vieler Gewandtheit und Meisterschaft handhabte, — und auch dazu konnte er, »eben angeborenei» Geschmack und Talent, nur von seinem gleich veranlagten väterlichen Lehrer die erst/ Anleitung und spätere Anregung empfängen haben. Thatsächlich vertauschte er die Eijenstädter Jeschiba seines Vaters — woselbst unter anderen auch Leopold Löw zu seinen Mitschülern zählte, — nur einmal mit einer andern, nämlich mit der des R. Mose Sofer in Preßburg, und auch dies nur für die verhältnismäßig kurze Zeit von 2—3 Jahren. Aber es bedurfte für ihn keiner längeren Zeit, um sich die volle Achtung, ja ansgesprochene Bewunderung :|) diese? feines zweiten großen Meisters zu erwerben und um sich auch schon dessen Schule entwachsen zu zeigen. Schon im Jahre 1834 finden wir ihn in Nagy-Knroly, im Hanse , des dortigen Rabbiners R. Jsak (Karoli), als dessen Schwiegersohn, lebend und lehrend, und nach einem weiteren Jahre (August, 1835) nahm er auch schon den Rabbinersitz dieser Gemeinde eilt*) von dem er sich bis an sein Lebensende nimmer trennen sollte. Um noch einen Augenblick bei seinen Jugendjahren zu verweilen, zugleich aber auch als ein sprechendes Zeugnis seiner außerordentlichen Begabung, wie seines höheren Strebens und Ehrgeizes, wen» man will, sei hier noch erwähnt, daß er kaum 18 Jahre alt, wie er selbst angibt, än die Ausarbeitung eines Commentars zu dem bekannten mystischei/Buche Jezira schritt, den ersten Abschnitt des Buches auch bald glücklich bewältigte' ohne jedoch, wie es scheint, jemals darüber hinausgekommen zu sein. .") Gestorben im Jahre 1858, >zu Ilngar.-Brod (seiner Vaterstadt). Näheres über ihn Ben-t5hanayah V, 320 (von der Hand Nrh. PrnU's s. A.i „Wie schlecht Maierl jetzt doch aussieht!", bemerkte die Frau des Meisters einmal vor demselben, als der jugendliche Schüler leidend war. „Ja wohl," erwiederte Jener, „dafür sieht er aber immer um so besser ein. 4) R. Jsak war zu Beginn desselben Jahres verstorben.